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„Sensei“ tritt in die zweite Reihe

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Es ist kein wirklicher Abschied. Aber die Anrede „Generalsekretär“ verliert mit Anfang November ihre Gültigkeit: Paul Fiala macht für einen Generationswechsel Platz. Der 61-Jährige wird beim ÖJV bis 2024 als „Senior Consultant“ mit Schwerpunkt Sponsoring-Akquise und Regularien tätig sein. Nachfolgerin: Samurai Vienna-Obfrau Corina Korner, 34. „Paul ist ein begnadeter Netzwerker. Der Judoverband verdankt ihm viel. Wir sind froh, dass er diesen Generationswechsel befürwortet und uns auch in den nächsten Jahren noch mit seinem Know-how und seinen Kontakten zur Verfügung steht. Das ist alles andere als selbstverständlich“, betont Präsident Martin Poiger. „Ich würde es so formulieren: Wir sichern uns das Know-how von Paul und wir gewinnen mit Corina eine neue Kraft.“

Paul, wie schwer fällt Dir der Abschied als Generalsekretär?
Paul Fiala: „Das Wort Abschied kommt um vier Jahre zu früh: Ich bleibe dem ÖJV noch bis Paris 2024 erhalten, nur meine Aufgabenfelder werden neu definiert. Ich bin für die 12 Jahre als Judo Austria-Generalsekretär sehr dankbar. Ich durfte mein Hobby zum Beruf machen: Judo ist mein Leben, das Dojo der Sportunion Döbling so etwas wie mein zweites Wohnzimmer. Meine Frau Michaela habe ich im Klub kennengelernt. Nächstes Jahr werde ich mein 50-jähriges Judo-Jubiläum feiern.“

Welche Highlights fallen Dir spontan aus den letzten 12 Jahren ein?
Fiala: „Die Judo-EM im Dusika-Stadion 2010. Ludwig Paischer und Sabsi Filzmoser haben jeweils Silber geholt, Andi Mitterfellner Bronze. Und Vladimir Putin war 2 Tage lang Ehrengast. Damit hatten wir nicht nur 4.000 Zuschauer in der Halle, sondern auch jede Menge nationaler und internationaler Medien. Das war ein aufregender Start in meine Generalsekretärs-Karriere. Ich bin stolz darauf, dass wir in all den Jahren immer ein gutes Klima im ÖJV-Büro hatten. Und ich glaube sagen zu können, dass ich mit meinen Kontakten viel dazu beigetragen habe, dass der Judoverband in Sportkreisen einen sehr guten Ruf genießt.“

Du gestattest die Frage: Wie gut war der Judoka Paul Fiala?
Fiala: „Ich glaube, ich war durchaus talentiert, was meine Judo-Technik betraf, aber mir fehlte die mentale Stärke und auch ein bisschen der Ehrgeiz. Einmal wurde ich Vize-Staatsmeister, dreimal Wiener Landesmeister. Meine Karriere habe ich mit der Militär- und Studenten-WM ausklingen lassen. Dann wurde ich Trainer – das bin ich heute noch, 2 x die Woche. Ich glaube, als Coach bin ich eine Nummer stärker.“

Corina wird ab 1. November Deine Nachfolge antreten. Welche Tipps, Ratschläge hast Du für sie?
Fiala: „Corina Korner ist für den Verband die perfekte Wahl. Sie hat ein abgeschlossenes Studium und ausreichend Erfahrung in Führungspositionen. Sie führt einen großen Klub, kennt unsere Judo-Szene in- und auswendig. Sie wird ihren Weg machen. Und ich werde alles daransetzen, für den Verband neue Sponsoren an Land zu ziehen.“

Zur Person Paul Fiala: 61 Jahre, seit 25 Jahren verheiratet mit Dr. Michaela Mödlin, 2 Töchter (Natascha, Tanja), bei der Sportunion Döbling seit 1971, seit 1987 für den ÖJV tätig, zuerst als stellvertretender Prüfungsreferent, später als Prüfungsreferent bzw. Schriftführer im Vorstand, seit Dezember 2008 in der Funktion als Generalsekretär. Neuer Berufstitel: Senior Consultant.

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