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Startschuss für Yvonne

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Linz. Olympiasiegerin Yvonne Bönisch kam, sah und trainierte. Ab sofort steht die 40-Jährige dem Österreichischen Judo-Nationalteam als Headcoach vor. Ziel: Österreichs Top-Judoka auf ein neues Niveau zu heben. „Wir haben in der Mannschaft einige Kracher, die international jederzeit für eine Medaille gut sind!“

„Die Arbeit ist richtig gut angelaufen, es macht Spaß. Ich wurde vom Nationalteam sehr offen und gut aufgenommen“, betonte Yvonne Bönisch bei einem Medientermin am Donnerstag im ÖJV-Bundesstützpunkt in Linz. Am 2. Jänner bezog die Potsdamerin ihre neue Wohnung in Linz. Am Dienstag bat sie das Nationalteam im Olympiazentrum Linz zum ersten gemeinsamen Training. Noch am 7.1. fliegt sie zum World Judo Masters nach Doha (QAT/11. – 13.1.2021). Sechs heimische Judoka sind am Start, Bernadette Graf musste wegen einer Innenbandverletzung im Knie kurzfristig absagen. „Ein, zwei Top-3-Platzierungen sind in Doha möglich. Mein erster Eindruck vom Team könnte nicht besser sein“, sagt Bönisch. „Man sieht, dass unser Team regelmäßig mit starken internationalen AthletInnen trainieren konnte. Das körperliche und technische Niveau ist ausgezeichnet. Österreich hat eine Reihe von Krachern, die jederzeit für internationale Spitzenplätze gut sind. Das ist nicht zu übersehen.“

ÖJV-Sportdirektor Markus Moser gibt sich überzeugt: „Yvonne ist für uns eine Idealbesetzung. Sie erfüllt alle Voraussetzungen und hat mit uns ehrgeizige Ziele!“ Die Vorgabe seitens des Verbandes ist eindeutig: Österreich wartet bei Olympischen Spielen seit 2008 (Ludwig Paischer, Silber, Peking) und bei Weltmeisterschaften seit 2010 (Sabrina Filzmoser, Bronze, Tokio) auf Edelmetall. Der neue Headcoach soll zählbare Erfolge liefern. „Das Warten muss aufhören“, sagt Moser, Cheftrainerin Bönisch ergänzt: „Diese Zielvorgabe ist ambitioniert, aber durchaus realistisch. Das gilt es zu beweisen.“

Mit den Masters-StarterInnen gab’s im Training erste, ausführliche Einzelgespräche. „Ich möchte das Team möglichst schnell und gut kennenlernen. Aktuell liegt unser Fokus auf der unmittelbaren Masters-Vorbereitung. Über die Saison-Highlights wie Europa- und Weltmeisterschaft bzw. Olympische Spiele können wir dann nach Katar sprechen.“

Sport-Landesrat Markus Achleitner machte mit einer Linzer Torte seine Aufwartung und wünschte der Potsdamerin für den ÖJV-Headcoach-Job viel Erfolg. „Judo hat in Oberösterreich einen traditionell hohen Stellenwert. Mit dem Amtsantritt von Yvonne Bönisch soll sich das weiter steigern. Ich bin sicher, dass uns eine Olympiasiegerin und Deutschlands frühere Trainerin des Jahres wichtige Impulse liefern kann.“

Sabrina Filzmoser streute Vorschusslorbeeren: „Ich kenne Yvonne seit mehr als 25 Jahren, wir haben schon als Jugendliche gegeneinander gekämpft und seither nie den Kontakt verloren. Sie war als Athletin auf allerhöchstem Niveau und hat als Trainerin in Deutschland und Israel in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet.“

Auch abseits der Trainingshalle gab’s für Bönisch erste Teil-Erfolge. Nationaltrainer Patrick Rusch half in der neuen Wohnung beim Lampen-Montieren und Kästen aufstellen. „Ich bin froh, dass er den Werkzeugkoffer mithatte. Aber noch sind nicht alle Möbel da. D.h. ein paar Kisten und Koffer werden erst nächste Woche ausgepackt.“ Nach der Rückkehr aus Doha.

Zur Person:

Yvonne Bönisch, 40 Jahre, am 29.12.1980 in Ludwigsfelde bei Potsdam im Großraum Berlin geboren, als Aktive Olympiasiegerin 2004 (-57 kg), zweifache Vize-Weltmeisterin (Osaka/JAP 2003, Kairo/EGY 2005) und zweifache Vize-Europameisterin (Maribor 2002, Belgrad 2007) – damit bis heute die erfolgreichste deutsche weibliche Judoka der Geschichte; beendete am 11.9.2009 ihre sportliche Laufbahn, absolvierte in Köln eine Ausbildung zur Diplom-Trainerin, von 2009 bis 2012 Cheftrainerin beim UJKC Potsdam, von 2013 bis 2016 Landestrainerin in Brandenburg (wurde 2014 zur Judo-Trainerin des Jahres in Deutschland gewählt, Kategorie: Nachwuchs), die letzten vier Jahre Frauen-Nationaltrainerin in Israel, seit Anfang Jänner Headcoach für Österreichischen Judoverband (kümmert sich vorrangig mit Patrick Rusch, Hitoshi Kubo um Olympia- und Elite-Kader, steht 6-köpfigem ÖJV-Trainerteam vor – hauptverantwortlich für Frauen und Männer).

ÖJV-Aufgebot für das IJF World Judo Masters in Doha (QAT/11. – 13.01.2021): Sabrina Filzmoser (-57 kg/ LZ Multikraft Wels/OÖ), Magdalena Krssakova (-63/JC Sirvan/W), Michaela Polleres (-70/JC Wimpassing/NÖ), Shamil Borchashvili (-81/LZ Multikraft Wels/OÖ), Laurin Böhler (-100/Leistungszentrum Vorarlberg), Stephan Hegyi (+100/S.C.Hakoah/W).

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