Weltmeisterschaft

Bitte warten

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Ausnahmeathletin Sabrina Filzmoser hätte sich bei ihrer 15. und letzten WM-Teilnahme in Budapest einen schöneren Abschied verdient. Die WM-Dritte von 2010 und 2-fache Ex-Europameisterin musste sich gleich in ihrem ersten Kampf nach 1:30 Minuten der Bulgarin Ivelina Ilieva mit Ippon (nach zwei Waza-ari-Wertungen) geschlagen geben und schied vorzeitig aus. „Normalerweise schätze ich diese Art von Situationen besser ein. Dass mir solche Fehler bei der WM passieren, tut doppelt weh“, bekannte die Oberösterreicherin.

„Es war ein Blackout. Sabrina hat mit der Brechstange angegriffen. Das kann unter großem Erwartungsdruck selbst einer so erfahrenen Athletin passieren. Sie hat viel zu ungestüm eine schnelle Entscheidung gesucht“, kommentierte ÖJV-Headcoach Yvonne Bönisch, um dann gleich hinzuzufügen: „Ich hätte ihr ein besseres Abschneiden gewünscht. Das lag, gemessen an den Trainingsleistungen, absolut im Bereich des Möglichen. Ich hoffe nur, dass Sabrina ihren Europa-Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokio behält. Das wäre ihr letztes großes sportliches Ziel! Ich kann ihr nur die Daumen drücken.“

Die gute Nachricht: Eine ihrer direkten Konkurrentinnen, Lordana Ohai (ROU), schied ebenfalls vozeitig aus. Ob es tatsächlich für ein Tokio-Ticket reicht, hängt freilich von mehreren Faktoren ab. Da pro Nation nur ein (Europa-) Quotenplatz vergeben wird, könnte sie teamintern z.B. noch Aaron Fara (-100) mit einem sehr guten WM-Abschneiden im Ranking überholen. Damit heißt es: Sabrina, bitte warten.

Judo-Weltmeisterschaft 2021 Budapest, 3. Wettkampftag, -57 kg, 1. Runde: Sabrina Filzmoser (LZ Multikraft Wels) – Ivelina Ilieva (BUL) Ippon-Niederlage nach 1:30 Minuten, damit vorzeitig out. Mittwoch sind für den ÖJV mit Magdalena Krssakova (-63) und Shamil Borchashvili (-81) zwei AthletInnen im Einsatz (Vorrunde ab 10 Uhr).

Highlights von Dienstag (8.6.):

Die strahlende Siegerin des 3. Wettkampftages war Jessica Klimkait (-57 kg). Die 24-jährige Kanadierin gewann das Finale gegen die Japanierin Momo Tamaoki nach 50 Sekunden im Golden Score und holte sich nicht nur ihr erstes WM-Gold, sondern damit wohl auch ihr Olympia-Ticket für Tokio.

Weltranglisten-Nummer 1, Titelverteidigerin und Landsfrau Christa Deguchi hatte bereits im Semifinale gegen Tamaoki den Kürzeren gezogen (nach über 5 Min. im Golden Score) und musste sich letztlich mit Rang 5 begnügen. Offiziell entscheidet der kanadische Verband erst mit Ende der WM. Die Entscheidung kann aber nur für Weltmeisterin Klimkait ausfallen. Bronze holten Theresa Stoll (GER) und Nora Gjakova (KOS).

Ein Außernseiter-Finale gab’s in der Kategorie bis -73 kg: Mit Tommy Macias (SWE) und Lasha Shavdatuashvili (GEO) standen sich die Nummer 9 und 12 der Weltrangliste gegenüber. Am Ende blieb der Georgier siegreich. Nach Olympia-Gold und EM-Titel (beides in der Kat. -66 kg) holte sich der 29-Jährige jetzt auch WM-Gold. Bronze ging an den Weltranglisten-Führenden Soichi Hashimoto (JPN) und Bilal Ciloglu (TUR/10).

Nach drei Wettkampftagen führt Japan den Medaillenspiegel mit 6 Medaillen (3 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze) vor dem Russischen Judoverband (1-0-1), Georgien (1-0-0), Kanada (1-0-0) und Spanien (0-1-2) an.

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