Judo für Kinder

Es gibt sehr viele Vereine, die Schüler bereits ab dem vollendeten 4. Lebensjahr aufnehmen. Das erscheint manchen als sehr früh, hat aber durchaus seinen Sinn, da Judo Kinder nicht nur im Kampfsport, sondern auch in der Persönlichkeitsentwicklung trainiert werden.

Denn im Judo lernen Kinder spielerisch mit ihren Mitmenschen umzugehen, Konflikte zu lösen (auf gewaltfreie Art natürlich), Respekt voreinander zu haben, in Gruppen zu agieren und letztendlich finden sie bestimmt auch neue Freunde. Die in den Judovereinen gelebten 10 Judo-Werte helfen den Schülern auch im Alltag, Probleme friedlich zu lösen.

Positive Begleiteffekte

In einem typischen Judo-Training für Kinder ergeben sich unter anderem folgende positive Begleiteffekte:

  • Ein Effekt, der sehr schnell auffallen wird, ist eine deutlich verbesserte Koordination, die sich schnell in besseren Sportnoten niederschlagen kann.
  • Im Umgang mit der Gruppe erlernen die Kinder die Fähigkeit sich in Gruppen zurecht zu finden und gegenüber dem Trainer bzw. dem Judo Training eine gewisse Disziplin zu empfinden.
  • Das wachsende Selbstbewusstsein durch die Bewältigung von Herausforderungen, speziell Gürtelprüfungen, wird ihnen im späteren Berufsleben noch von Nutzen sein.
  • Außerdem ist jede Stunde, die das Kind im Dojo verbringt, eine Stunde Sport, die er oder sie nicht tatenlos vorm Fernseher oder Facebook Messenger sitzt. Besonders in einer Generation der Jugend, die Gefahr läuft, das Haus nur noch zum Einkaufen zu verlassen, kann eine frühzeitige Vereinsmitgliedschaft nicht schaden.

Judo Kindertraining ist für Körper und Geist gleichermaßen nützlich. Die Trainer im Kampfsport sind meist pädagogisch geschulte Personen und verstehen es sehr gut, den Sinn der Selbstverteidigung im Ernstfall von der Anwendung sinnloser Gewalt zu isolieren. Das soll heißen, dass Judokinder trotz ihres Wissens um Kampftechniken nicht mehr Gefahr laufen, in Schlägereien zu geraten, als ihre Mitschüler ohne Unterricht.

Es zeigt sich vielmehr häufig, dass Kinder, die Kampfsportunterricht bekommen, diese körperliche Ebene der Auseinandersetzung nicht so leichtsinnig betreten und in Konflikten ruhiger agieren.

Weiterhin wird die Aufsicht des Trainers dem Kind in jedem Fall zugute kommen. Er wird darauf achten, unsichere Kinder durch kleine Erfolge zu motivieren, damit diese mehr aus sich heraus kommen und sich mehr trauen. Übermütige Schüler hingegen wird der Trainer auf den Boden der Tatsachen zurückholen, ohne sie jedoch zu demotivieren.

Über allem steht natürlich das ständige Miteinander aller Kinder, ohne welches überhaupt kein effektives Training zustande käme. An dieser Stelle liegt wohl der größte Tätigkeitspunkt des Trainers begraben: die Schaffung und Erhaltung einer positiven Einstellung zum Sport. Alles in allem sehr Ihr also, dass die Vorteile des Judo Kindertrainings den Gefahren deutlich überlegen sind und die Kinder in verschiedenen Lebensbereichen gefördert werden und das Training sowie ein Judoanzug ist auch nicht allzu teuer. Ihr dürft den Versuch also gern wagen.

Alle offiziellen Judovereine in Österreich sind in dieser Google-Map zu finden, beim Klick auf einen Pin erscheinen die Kontaktdaten des Vereins.