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Neue IJF-Regeln

Nur mehr 17 Olympia-Fix-Plätze pro Gewichtsklasse


Aufgepasst: Der Judo-Weltverband (IJF) legt pünktlich für 2022 bzw. den Ende Juni beginnenden Olympia-Zyklus für Paris 2024 eine Reihe von neuen Regeln fest. ÖJV-Sportdirektor Markus Moser hat die wichtigsten Änderungen kurz zusammengefasst. Ein Überblick.

  • Qualifikationsmodus (für die Olympischen Spiele in Paris) 2024: Die weitere TeilnehmerInnen-Beschränkung des IOC (auf maximal 10.500 AthletInnen in allen 33 Sportarten) für die nächsten Sommerspiele geht auch am olympischen Judoturnier nicht spurlos vorüber. Statt insgesamt 386 Judoka wie in Tokio sind für Paris nur mehr 372 erlaubt. Das heißt in der Praxis, dass es künftig nur mehr 17 direkte Plätze aufgrund der Ranglisten-Punkte pro Gewichtsklasse geben wird (statt 18). Dazu kommen noch jeweils 1 Fix-Startplatz pro Gewichtsklasse für die Gastgeber-Nation, 100 Kontinental-Plätze und 20 Wild Cards.
  • WM-Passus: Für die Weltmeisterschaft in Taschkent (UZB, 07. - 14.08.) sind nur mehr die besten 100 pro Gewichtsklasse plus die besten 16 der JuniorInnen-Weltrangliste startberechtigt.
  • Judogi-Kontrolle: Wenn der Judogi als nicht wettkampftauglich eingestuft wird, gibt's einen 2. Versuch. Erst dann, falls wieder nicht regelkonform, käme es zur Disqualifikation. Ab 2 Tagen vor dem Wettkampf wird eine Pre-Judogi-Kontrolle zur Abklärung möglich sein. Neu: Der Kreuzpunkt auf Gürtelhöhe liegt jetzt bei 25 cm (statt zuletzt 20). Der Judogi muss den Oberkörper inkl. Hintern vollständig abdecken - d.h. er müss länger sein als bisher erlaubt.


  • Neue Wettkampfregeln:

Stopp in der Bewegung der Technikausführung = keine Wertung

Auftrefffläche Schulter + Oberer Rücken = Waza-ari

Waza-ari wird bei 90 Grad Auftrefffläche gegeben (auch wenn

Ellbogen draußen, sprich nicht am Körper anliegt). Keine

Wertung, falls der Ellbogen innen ist - bei 90 Grad Auftrefffläche.

Abstützen mit zwei Armen, zwei Ellbogen oder einem Arm und

einem Ellbogen = Waza-ari + Shido für Uke (die/der Geworfene)

Wird Tori (AngreiferIn) nach seinem Angriff überdreht = keine Wertung

Kopf abtauchen beim Wurf = Hansoku-make (Disqualifikation)

Reverse Seoi-Nage = keine Wertung + Shido

Greifen unterhalb des Gürtels in der Endphase der Technik ist erlaubt

Griff an Revers und im Nacken ist bei positivem Judo erlaubt

Unkoventioneller Griff (z.B. Pistolengriff, einseitig, Gürtel) nur zur

Vorbereitung bzw. Durchführung des Angriffs erlaubt

Griff lösen und sofort selbst Griff nehmen = erlaubt

Griff lösen und nicht (sofort) greifen = Shido

Judogi oder Haare dürfen nur einmal pro Kampf vollständig

gerichtet werden (mit Gürtel runternehmen oder Haarband

öffnen), bei jedem weiteren Mal = Shido


Praxis-Test: Die neuen Wettkampfregeln werden bei den ersten IJF-Turnieren dieses Jahres (beim Grand-Prix in Odivelas/POR im Jänner, Grand-Slam in Paris/FRA und Tel Aviv/ISR im Februar) evaluiert. Danach werden die Bestimmungen für die im Juni beginnende Olympia-Qualifikation endgültig finalisiert.


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