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„Natürlich schmerzt uns die Absage!“

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Der Vorstand des Österreichischen Judoverbandes hat die Weichen für den Herbst gestellt. ÖJV-Präsident Martin Poiger nimmt in einem Kurz-Interview zu den Entscheidungen Stellung.

Nächste Woche beginnt für Judo Austria der Ernst des Lebens wieder – mit dem ersten Wettkampf, dem Länderduell Österreich gegen Deutschland im ORF-Zentrum am 27. August zur Primetime – ab 20.15 Uhr live im ORF. Kommt dieser Auftakt zur rechten Zeit?

Martin Poiger: „Im Aufgebot der Deutschen stehen aktuell neun Olympia-StarterInnen. Dass wir zu Hause mit dem besten Team antreten, ist sowieso selbstverständlich. Diese Tatsache allein zeigt, wie ernst der Wettkampf von beiden Seiten genommen wird. Mitte Oktober soll die IJF-Tour weitergehen, im November steht die EM in Prag auf dem Programm. Jeder will auf die Matte zurück und kämpfen. Dabei versuchen wir, das Gesundheitsrisiko für alle TeilnehmerInnen möglichst gering zu halten: Alle KämpferInnen werden im Vorfeld mehrmals auf COVID-19 getestet. Unser Team wird in der Südstadt zusammengezogen, um externe Kontakte möglichst zu vermeiden. Wir tun alles, um unsere AthletInnen zu schützen! Wir freuen uns, dass der DJB das genauso sieht. Wir werden am 27. August absolute Weltklasse-Duelle erleben. Für Judo Austria ist das eine willkommene Gelegenheit, ins Rampenlicht zu rücken. Auch der ORF setzt sehr strenge Maßstäbe. Die Personenanzahl im Studio 3 ist streng limitiert. Ich werde von einem Nebenraum aus zuschauen.“

Gleichzeitig sind aber Trainingslager im Ausland noch untersagt. Warum?

Poiger: „Selbst mit dem Nationalteam waren wir bislang bewusst nur in Österreich unterwegs, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten. Die Empfehlung, Trainingslager im Ausland zu meiden, gilt für unsere Vereine bzw. für Amateur-KämpferInnen. Im Leistungssport ist die Situation insofern eine andere, weil wir da COVID-19-Tests vorschreiben können. Für eine Gruppe von Elite-AthletInnen geht das, nicht aber für die breite Masse.“

Welche sportliche Perspektive kann der ÖJV seinen Athleten bieten?

Poiger: „Das war unser Hauptthema der montägigen Vorstandssitzung. Wir haben im Vorfeld bzw. auch während der Sitzung sehr detailliert Für und Wider analysiert. Letztendlich haben wir uns für ein stark reduziertes Programm entschieden. Die Unter-21-Meisterschaften bzw. die Mixed-Team-Titelkämpfe werden abgesagt. Die U-16-Titelkämpfe in Eferding und die Staatsmeisterschaften der allgemeinen Klasse in Oberwart, jeweils im Oktober, werden bewusst an zwei Tagen durchgeführt, um die Anzahl der anwesenden Personen möglichst gering halten zu können. Besucher bleiben von den Veranstaltungen ausgeschlossen, für BetreuerInnen wird es strenge Quotenregelungen und Maskenpflicht geben. Die Sicherheitsauflagen werden wir noch im August im Detail ausschicken. Um auf die Frage zurück zu kommen: Wir bieten damit allen österreichischen Judoka, die leistungsorientiert trainieren, die Chance, sich jeweils zumindest bei einer Österreichischen Meisterschaft beweisen zu können. Das war unser Hauptanliegen!“

Die schlechte Nachricht ist: Die Judo-Bundesliga muss abgesagt werden. Warum?

Poiger: „Die Herren- und Frauen-Bundesliga wird für heuer ersatzlos gestrichen. Ein Judo-Fest in Gmunden, mit 1.800 Zuschauern, ist heuer definitiv ausgeschlossen. Und ohne Zuschauer ist der finanzielle Aufwand für den Veranstalter nicht zu stemmen. Die Absage schmerzt uns, das steht außer Frage. Das Produkt Judo Bundesliga hat sich in den letzten Jahren – dank Hans-Peter Zopf und seinem Team – zu einem Vorzeigeprodukt entwickelt. Aber ich darf gleich für den Vorstand versprechen, dass wir als Verband mit größtem Einsatz daran arbeiten, 2021 einen spektakulären Re-Start zu ermöglichen.“

 

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