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Noch Aufholbedarf

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„Wir haben in St. Johann endlich ein Trainingslager, bei dem durch die internationale Konkurrenz wieder ein bisschen Wettkampf-Atmosphäre aufkommt“, freut sich Bernadette Graf. Nationaltrainer Patrick Rusch: „Es geht darum, sich nach sechs Monaten Pause mit Weltklasse-AthletInnen messen zu können. Das gilt für alle, natürlich ganz besonders auch für Berni.“ Die 28-Jährige hatte verletzungsbedingt beim Länderkampf gegen Deutschland Ende August in Wien (Endstand: 5:7) passen müssen. „Es war ungewohnt, vor dem Fernseher die Daumen zu drücken. Aber ich habe, ehrlich gesagt noch Aufholbedarf, merke nach wie vor, dass ich zuletzt mehr als eine Woche nicht trainieren konnte. Bis zum voraussichtlichen IJF-World-Tour Start Ende Oktober in Budapest bleiben noch mehr als sechs Wochen Zeit. Bis dahin bin ich sicher wieder voll konkurrenzfähig.“

Die Ziele der Weltranglisten-14. haben sich – trotz der sechsmonatigen COVID-19-Zwangspause – natürlich nicht verändert. „Für die EM in Prag und für die Olympischen Spiele in Tokio gilt ganz klar: Ich will eine Medaille holen. Olympia-Edelmetall ist mein großes Ziel. In Rio war ich knapp dran, heuer wäre ich gut in Form gewesen, habe mich stark gefühlt.“ Nachsatz: „Jetzt arbeiten wir mit voller Kraft daran, dass ich auch 2021 für einen Top-3-Rang bei Olympia bereit bin.“ Landesverbands-Präsident und Coach Martin Scherwitzl sieht’s ähnlich: „Berni hat natürlich das Potential für Top-3-Platzierungen auf höchster Ebene. Das Training läuft gut, wir freuen uns auf den Re-Start.“

Martin Scherwitzl: „Wir hatten einen Rekord-Sommer!“

Erfreulich stellt sich auch das allgemeine Judo-Interesse dar. Martin Scherwitzl steht die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: „Wir hatten heuer den besten Judo-Sommer seit Jahren. Die Trainingsbeteiligung hat alle unsere Erwartungen klar übertroffen. Unsere TeilnehmerInnen-Zahlen sind seit Juli rekordverdächtig. Pro Woche hatten wir bis zu 200 Personen beim Judo-Training, trotz oder gerade wegen unserer strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Jetzt freuen wir uns auf den Beginn der AnfängerInnen-Kurse. Mädchen und Burschen sind gleichermaßen willkommen, unsere Coaches stehen bereit!“

Bernadette Graf muss lächeln, wenn sie auf ihr erstes Judo-Training angesprochen wird: „Ich war 6 Jahre alt und durfte mit Schulbeginn viel ausprobieren. Ballett, Kinderturnen und so weiter. Judo hat mich sofort begeistert. Wir durften spielen, raufen – Mädels und Jungs zusammen. Das hat von Anfang an Spaß gemacht, fand ich richtig cool. Judo-Training war für mich von da an ein Pflichttermin. Mit der Zeit wurden die Turniere und die Gegnerinnen größer und die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche ist über die Jahre konstant gestiegen. Jetzt ist mir klar: In irgendeiner Form werde ich immer mit der Sportart Judo und dem Tiroler Verband verbunden bleiben, selbst wenn ich einmal mit dem Leistungssport aufhöre. Für mich ist Judo mehr als nur Sport, längst eine Lebenseinstellung.“

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