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Videocamp: Paischer als Stargast der zweiten Auflage

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Körperkontakt im Training wird für Österreichs Judo-Asse in unmittelbarer Zukunft nicht möglich sein. Nachdem die erste Auflage des ÖJV-Videocamps für den heimischen Nachwuchs zuletzt hervorragend angenommen worden war, ist es am Freitag und Samstag schon zum zweiten Mal zu einem virtuellen Get-Together gekommen. Stargast war dieses Mal Ludwig Paischer. 

Erneut nahmen rund 100 Athleten aus den U18- und U21-Altersklassen an den per Videokonferenz abgehaltenen Trainingseinheiten teil. Den Auftakt machten am Freitagabend die U21-Damen, deren judospezifische Einheit von Nationaltrainer Matthias Karnik angeleitet wurde. Die U21-Herren trainierten am Samstagnachmittag gemeinsam mit dem Japaner Hitoshi Kubo. Für die U18-Asse gab es ein besonderes Schmankerl: Als ihr Coach fungierte am Samstagvormittag mit Ludwig Paischer ein echter Star der rot-weiß-roten Judoszene. Der Olympia-Silbermedaillengewinner von Peking 2008 lebt seit einigen Jahren in Japan, dem Mutterland des Judosports. Die technologische Vernetzung lässt geographische Distanzen allerdings zu einer allzu überwindbaren Hürde werden. Der Salzburger hat gezeigt, dass er immer noch topfit ist und selbst alle drei Durchgänge mitmachen kann.

Paischer war es auch, der den Nachwuchsathleten im Champions Talk Rede und Antwort stand. Dieser Teil des Videocamps war bereits bei der ersten Edition eines der Highlights. „Lupo“ sprach über seine Inspiration zum Judo, die Wichtigkeit des gesamten Teams und über die notwendige Einstellung im täglichen Training (der Button unterhalb führt zum Podcast). Beim ersten Videocamp wurden die Aktiven im Rahmen des virtuellen Trainingstages auch in drei Challenges gefordert, bei denen sich die jungen Sportler mit den Arrivierten Michaela Polleres, Magdalena Krssakova und Kimran Borchashvili gemessen haben. Bei der zweiten Ausgabe wurden nun Team-Challenges gestellt: Je eine Herausforderung für die U18- und die U21-Altersklasse. Ziel war es, als Team so viel wie möglich zu leisten. Die Teams wurden zufällig ausgelost.

„Ich bin stolz auf alle KaderathletInnen, die trotz der schwierigen Bedingungen so zielgerichtet und hart trainieren. Wir arbeiten hart daran, dass wir bald wieder auf der Matte stehen können. Wir haben einen Phasenplan zur Wiederaufnahme des Judotrainings erarbeitet und stehen nun im Dialog mit den zuständigen Ministerien. Ziel ist es, Ende Mai mit dem Nationalteam unter quarantäneähnlichen Bedingungen zu trainieren und dann schrittweise zum Vereinstraining zurückzukehren“, betonte ÖJV-Präsident Martin Poiger.

Erste Vereine haben unter Einhaltung der Abstandsregeln Trainingseinheiten abgehalten. Der Nationalkader trainiert weiterhin in den Sportzentren – freilich ohne Körperkontakt. Randoris, also Trainingskämpfe, sind auf Sicht noch nicht möglich. Ebenso völlig unklar ist, wann der Wettkampfbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Sowohl auf internationaler, als auch auf nationaler Ebene kann dazu noch kein realistischer Zeithorizont geboten werden. World-Tour-Events werden laut Weltverband (IJF) jedenfalls erst dann wieder stattfinden können, wenn Athleten aller Nationen anreisen können.

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