Licht und Schatten

Für Österreichs Mixed-Team war am letzten Tag der Junioren-Europameisterschaft (Unter-21) in Prag bereits in Runde eins gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Aserbaidschan mit 0:4 Endstation. Den Sieg holte sich Frankreich. Judo Austrias elfköpfige Delegation belegte im Medaillenspiegel unter 39 Nationen mit 1 x Silber (Elena Dengg/ESV Sanjindo Bischofshofen/S/-70) und 1 x Bronze (Verena Hiden/SU Noricum Leibnitz/ST/-57) den zwölften Rang – noch vor Nationen wie Gastgeber Tschechien, Serbien, Deutschland und Rumänien. Dominierende Nationen an den vier Wettkampftagen waren die Türkei mit 3 x Gold, 3 x Silber und 2 x Bronze sowie Aserbaidschan (3-1-2). ÖJV-Nationaltrainer Béla Riesz zeigt im Bilanzinterview Licht- und Schattenseiten aus rot-weiß-roter Sicht auf.

Österreich war am Schlusstag im Mixed-Team-Bewerb nicht einmal ein einziger Einzelsieg vergönnt. Wie lässt sich die 0:4-Erstrunden-Niederlage gegen Aserbaidschan bewerten?

Belá Riesz: „Aserbaidschan hat im Einzel nicht weniger als 3 Titel geholt, im Mixed-Team noch Bronze gewonnen. Die vier Duelle waren durchwegs umkämpft, wir hätten uns durchaus einen Punkt verdient. Wir müssen anerkennen, dass Aserbaidschan stärker war.“

Kommen wir zur abschließenden Bilanz der vier Wettkampftage der Junioren-EM in Prag. Rang 12 im Medaillenspiegel mit 2 Medaillen, aber keiner weiteren Top-7-Platzierung. Bei 11 StarterInnen – ist das eine zufriedenstellende Ausbeute?

Riesz: „Das Hauptziel, zwei Medaillen, haben wir erreicht. Aber ehrlicherweise hatten wir da eher mit Marcus Auer (-60) und Aslan Papoyan (-90) gerechnet, nicht mit Elena & Verena. Die beiden Girls haben mehr als überrascht und sehr gute Leistungen gezeigt. Dass sie Potential haben war klar, aber trotzdem kamen die Medaillen überraschend. Enttäuschend war das Abschneiden der Burschen – wir werden uns Ende des Monats in Linz zu einer detaillierten Aufarbeitung treffen. Ein Schnellschuss macht da keinen Sinn. Prinzipiell hätten wir uns nach den Europacup-Erfolgen bei WM und EM schon mehr erwartet. Die jungen StarterInnen – wie Larissa Sickinger, Issa Naschcho und Bernd Fasching, alle erst 18 – haben sich tapfer geschlagen und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Ihre Zeit kommt noch.“

© Wolfgang Eichler

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