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Erster Schritt zurück

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Für Österreichs Judo-Nationalteam geht am Freitag das erste gemeinsame Trainingslager seit dem Corona-Lockdown zu Ende. 17 Athleten (5 Damen, 12 Herren) absolvierten in den letzten zwei Wochen insgesamt 24 Trainingseinheiten (13 x Judo-Technik, 6 x Kraft, 6 x Laufen), dazu 2 Rad-Touren und 3 (mehrstündige) Wanderungen.

„Das Trainingslager war für unser Nationalteam ein wichtiger erster Schritt zurück ins normale Leben, auch wenn derzeit noch nicht klar ist, ab wann die Wettkämpfe wieder losgehen“, bestätigt ÖJV-Sportdirektor Markus Moser. Noch ist die Normalität nicht ganz zurückgekehrt, mussten Österreichs beste Judokas beim Trainingslager in Mittersill auf Zweikämpfe verzichten und Abstand halten. „Wir tasten uns langsam wieder ans technische Niveau vor der Zwangspause heran. 3 Monate ohne Judo-Techniktraining – so eine lange Auszeit gibt’s sonst nur im Verletzungsfall“, meint Bundestrainer Patrick Rusch.

„Die Lockerheit war jedem anzumerken“, sagt Sabrina Filzmoser. „Noch sind ja lange keine Wettkämpfe in Sicht. Das heißt: Niemand musste Gewicht machen, keiner war nervös. Schwere Verletzungen hatten wir auch keine. Ein Trainingslager in Mittersill ohne Krankenwagen-Einsatz ist für uns richtig ungewohnt.“

Michaela Polleres verblüffte die Coaches mit neuer Lauf-Stärke: „Ich war mit einem Schlag nicht mehr die Letzte. Ich habe in der Corona-Zeit meine Liebe zum Laufen entdeckt. Was Ausdauer und Kraft betrifft, bin ich definitiv so stark wie noch nie.“

Hautabschürfungen gab’s bei Stephan Hegyi, aber nicht vom Judotraining: „Ich bin bei der Radtour gestürzt. Auf Liegestütze muss ich jetzt ein paar Tage verzichten. Aber es ist halb so schlimm.“ Prinzipiell hat dem 21-jährigen Wiener die 3-monatige Zwangspause gutgetan: „Ich fühle mich stark wie noch nie. Dass wir fünf Wochen nicht in die Kraftkammer konnten, hat nicht geschadet.“

Bernadette Graf gefiel die „freie“ Trainingseinteilung: „Ich habe in den letzten Wochen, Monaten sicher mehr auf meinen Körper gehört, das Training sehr individuell und spontan gestaltet. Dazu hab‘ ich mit Snowy, dem Hund meiner Schwester, die Berge rund um Innsbruck für mich neu entdeckt. Ich war stundenlang spazieren. Diese Zeit hast du während der Wettkampf-Saison natürlich nicht mehr.“

Trainingslager # 2 steht ab Anfang Juli auf dem Programm. Als Stützpunkt wird wieder das Sporthotel Kogler in Mittersill fungieren. „Wir haben hier ideale Bedingungen, fühlen uns wohl. Warum sollten wir was ändern“, betont Bundestrainer Patrick Rusch. Ins Ausland – zum Vergleich mit anderen Nationen – geht’s frühestens im Juli. Markus Moser: „Vorausgesetzt, dass wir bis dahin das OK der Regierung haben, wieder ganz ohne Einschränkungen trainieren zu können.“

Trainingslager in Mittersill – Fakten & Zahlen: Dauer: 15 Tage (31.05. – 12.06.), trainiert wurde in der Tennishalle in Mittersill, mit dabei, Aktive (17/5 Frauen, 12 Männer): Lisa Dengg, Sabrina Filzmoser, Bernadette Graf, Magdalena Krssakova, Michaela Polleres; Daniel Allerstorfer, Kimran, Shamil und Wachid Borchashvili, Marko Bubanja, Mathias Czizsek, Aaron Fara, Stephan Hegyi, Daniel Leutgeb, Johannes Pacher, Lukas Reiter und Christopher Wagner; Trainingsinhalte: 13 x Judo-Technik, 6 x Kraft, 6 x Laufen, 3 Wanderungen, 2 Rad-Touren.

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