15. Oktober 2023

Rückkehr der Leichtigkeit

© Oliver Sellner

„Für unser EM-Team ist das natürlich in erster Linie ein Trainingswettkampf, da wir mitten in der Vorbereitung auf Montpellier sind“, hatte ÖJV-Nationaltrainerin Yvonne Bönisch im Vorfeld der Judo-Staatsmeisterschaften in Eferding Druck von ihrem Topteam genommen.

Dennoch: Nur zum Spaß war von den elf angetretenen EM-Starter:innen am Samstag in Oberösterreich niemand am Start. Schließlich ging es darum, vor der Europameisterschaft in Montpellier (FRA/3.-5.11.) noch Selbstvertrauen und Kampfsiege zu tanken. Oder wie es Magdalena Krssakova ausgedrückt hatte: „Zu Kämpfen kommen und wieder gewinnen lernen!“

Drei Kämpfe und ebenso viele Ippon-Siege später, stand der 29-jährigen Wienerin die Erleichterung sichtlich ins Gesicht geschrieben: „Es war ein guter Tag für mich, auch wenn ich gerne noch den ein oder anderen Kampf mehr mitgenommen hätte. Aber leider waren in meiner Gewichtsklasse nur neun am Start. Das Niveau war trotzdem absolut in Ordnung. Gerade das Finale gegen Fanny Schlögl war fordernd, sie hat eine echte Talentprobe hingelegt.“

Heißumkämpftes Finale bis 70 kg: Franziska Schlögl (weiß) gegen Magdalena Krssakova (blau) © Oliver Sellner

Wenn Krssakova von „meiner“ Gewichtsklasse spricht, meint sie ausnahmsweise nicht jene bis 63 kg, sondern die bis 70 kg. „So kurz vor der EM extra Gewicht zu machen, wäre nicht optimal gewesen, darum bin ich mit meinem Trainingsgewicht in den Wettkampf gegangen“, erläutert die Wienerin den einmaligen Umstieg in jene Gewichtsklasse, in der das logische Finale normalerweise Michaela Polleres gegen Elena Dengg heißt.

Doch beide EM-Starterinnen konnten in Eferding nicht antreten: Olympia-Silbermedaillengewinnerin Polleres verfolgte das Geschehen zwar in der Halle, musste aber aufgrund ihres individuellen EM-Aufbaus passen, Junioren-WM-Bronzemedaillengewinnerin Dengg fiel mit einer Grippe aus. So marschierte Krssakova in 3:22 Minuten Gesamtkampfzeit zum Staatsmeistertitel und holte sich „Sieg-Erfahrung“ für die nahende Europameisterschaft in Montpellier Anfang November.

Apropos EM im November: „So späte Europameisterschaften liegen mir“, meint die 29-Jährige nicht ohne Grund schmunzelnd. Denn das letzte Mal, dass die kontinentalen Titelkämpfe so spät im Jahr über die Bühne gingen, war 2020 in Prag – und ebendort feierte die Wienerin mit dem Vize-Europameistertitel ihren bisher größten Karriereerfolg. Die Zeichen für Montpellier könnten also schlechter stehen. Auch, weil die zuletzt verloren gegangene Leichtigkeit bei Krssakova wieder retour zu sein scheint …


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