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„Das schaffen nur wir!“

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ÖJV-Nationaltrainer Patrick Rusch stieg mit einem Lächeln ins Auto. 7 Trainingseinheiten und gut 50 Randori (pro Person) standen beim internationalen Trainingslager in St. Johann von Montag bis Freitag auf dem Programm. 100 Judoka aus 7 Nationen waren mit dabei, darunter 16 Olympia-FixstarterInnen, 2 Olympiasiegerinnen (Tina Trstenjak/SLO/-63, Majlinda Kelmendi/KOS/-52) und eine Weltranglisten-Führende (Distria Krasniqi/KOS/-48). Der 40-jährige Vorarlberger zieht Bilanz.

Zum bereits 5. Mal gab’s für unser Nationalteam trotz COVID-19-Einschränkungen die Gelegenheit sich in Randoris mit absoluten Weltklasse-AthletInnen zu beweisen. Wie wichtig sind solche internationalen Trainings-Camps?

Rusch: „Für uns als kleine Nation gibt es eigentlich keine Alternative. Wir haben nicht genügend Top-Leute in den einzelnen Gewichtsklassen. Wir brauchen internationale GegnerInnen, mit denen wir uns messen können. Speziell in einer Zeit, wo durch die Pandemie ganz besondere Umstände herrschen. Wir können uns glücklich schätzen: Im Moment schaffen das nur wir, so ein Trainingscamp mit 7 Nationen auf die Beine zu stellen. Die anderen Nationen trainieren höchstens intern, mehr nicht. Wenn wir nicht die Beschränkung für 100 Personen hätten, wären noch viel mehr Nationen angereist. Derzeit will jeder zu uns.“

Wie groß ist das Ansteckungsrisiko?

Rusch: „Unsere Top-AthletInnen werden laufend getestet, die meisten kamen ohnehin von der EM in Prag, mussten sich dort im 48-Stunden-Rhythmus PCR-Tests unterziehen. Hier in St. Johann bleiben wir komplett unter uns. Selbst die Hotel-Familie ist mit uns in der Bubble, es gibt keine Fremdkontakte. Alle werden getestet. Die Deutschen, die Slowenen…. nicht umsonst kommen die immer wieder. Sie sehen, dass bei uns sehr strenge Regeln zum Schutz der Aktiven herrschen. Nur ein Beispiel: Während der EM wurden in der Judo-Blase in Prag gut 1.700 Tests durchgeführt. Ganze 3 Tests waren positiv, ein Kampfrichter, ein Coach und ein Athlet. Ähnliche Erfahrungen haben wir in den letzten Wochen und Monaten gemacht. Positive Fälle sind die absolute Ausnahme.“

Bernadette Graf wurde postitiv getestet. Sie musste auf Prag verzichten, in St. Johann war sie mit dabei. Wie geht’s ihr auf dem Weg zurück?

Rusch: „Immer besser. Ich bin sehr optimistisch, dass sie beim World Judo Masters in Doha im Jänner schon wieder ganz die Alte sein wird. Von einem Trainingsrückstand oder konditionellen Schwierigkeiten war in diesen Tagen nichts mehr zu merken.“

Wie verläuft das Comeback von Sabrina Filzmoser nach ihrem Kreuzbandriss?

Rusch: „Dass Sabsi in Prag dabei war, grenzt an ein Wunder. Ihr vorzeitiges Aus muss sie abhaken. In St. Johann hat sie täglich mit den beiden Olympiasiegerinnen trainiert. Das hat ihr sichtlich gut getan. Sabsi ist eine Kämpferin. Es wäre ihr zu wünschen, dass sie in Doha Punkte für die Olympiaqualifikation sammeln kann.“

Johannes Pacher fehlte in St. Johann verletzungsbedingt (Ellbogen), auch die drei Borchashvili-Brüder mussten passen. Wie geht’s ihnen?

Rusch: „Jo absolivert ein umfangreiches Reha-Programm. Noch kann er den Arm nicht ganz durchstrecken. Bis zum Grand Slam in Tel Aviv im Februar sollte er wieder fit sein. Die Borchashvilis wurden von einer Grippe erwischt. Shamil wird beim Masters in Katar fix an den Start gehen – das steht außer Frage!“

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