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Meisterschaften einmal anders

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„Wir kriegen das hin, trotz aller Auflagen und Hindernisse. Es werden würdige Titelkämpfe“, betont Roland Poiger, seines Zeichens Veranstalter der Österreichischen Judo-Staatsmeisterschaften am kommenden Wochenende in Oberwart. Der Präsident des burgenländischen Verbandes zählt zu den routiniertesten Turnierveranstaltern des ÖJV. Aber die zahlreichen Gesundheits-/Sicherheits-Auflagen für die kommenden zwei Tage sind selbst für ihn Neuland.

Wie herausfordernd waren die letzten Tage und Wochen?
Roland Poiger: „Es fühlt sich ein bisschen so an, als würden wir die European Open mit 250 Startern aus über 40 Nationen organisieren. Dabei sind es diesmal „nur“ Österreichische Staatsmeisterschaften mit 158 Aktiven und die Hotelbuchungen werden von den Vereinen selbst übernommen. Das läuft normalerweise im Vorfeld sehr ruhig und geordnet ab, lässt sich eigentlich nebenbei erledigen. Aber diesmal war alles anders. Durch die Coronakrise hat sich der organisatorische Aufwand enorm erhöht. Ich habe gefühlt die letzten Tage nur am Telefon verbracht – in Abstimmung mit den Behörden oder in persönlichen Gesprächen mit dem Bezirkshauptmann.“
Welche konkreten Maßnahmen sind aufgrund der COVID-19-Krise notwendig?
Poiger: „Am Donnerstag wurde Oberwart in der Corona-Ampel mit Orange eingestuft. Damit nicht genug: Jetzt gibt’s erstmals auch „rote“ Bezirke. Wir haben gerade noch kontrolliert, ob TeilnehmerInnen aus Kuchl anreisen. Die hätten wegen der Quarantäne ein Problem. Aber das ist zum Glück nicht der Fall… Wir gehen weiter davon aus, dass die 158 genannten StarterInnen fast ausnahmslos auch tatsächlich antreten. Unsere Regeln sind klar: Alle, egal ob Aktive oder BetreuerInnen, mussten einen Gesundheits-Fragebogen ausfüllen. Pro Verein ist nur ein Coach erlaubt. Ausschließlich registrierte Personen werden in die Halle gelassen. Zuschauer bleiben gezwungenermaßen ausgesperrt. Wir haben vier in sich geschlossene Turnier-Blöcke eingerichtet, die Kontakte untereinander werden auf ein Minimum beschränkt. Ich kann mit voller Überzeugung behaupten: Wir haben alles im Griff, sind gut vorbereitet! Auch wenn’s herausfordernd wird: Ich freue mich aufs Wochenende.“
Konkret nachgefragt: Durch die Orange-Schaltung von Oberwart haben sich keine großen Änderungen, Probleme ergeben?
Poiger: „Das Sicherheitskonzept stand seit Wochen, da mussten wir nichts anpassen. Auch die strengen Zutrittsauflagen inklusive Maskenpflicht und Körpertemperatur-Kontrollen sind weiterhin gültig. Aber als Klubobmann in Oberwart blutet mir das Herz. Ab sofort darf bei uns das Judotraining nur mehr kontaktlos erfolgen – das kommt bei den Kinderkursen einem Trainingsverbot gleich.“

Zahlen & Fakten:
• Insgesamt 158 Judoka (55 Frauen, 103 Männer) aus 44 Vereinen nehmen an den ÖSTM teil.
• Jüngste Starterin ist die 14-Jährige Jennersdorferin Leonie Buchas (-52kg), ältester Teilnehmer der 42-jährige Grazer Kurt Kellerer (-66).
• Für insgesamt 11 AthletInnen (Magdalena Krssakova/-63, Michaela Polleres/-70; Daniel Allerstorfer/+100, Kimran Borchashvili/-60, Shamil Borchashvili/-81, Marko Bubanja/-100, Lukas Reiter/-73, Mathias Czizsek/-73, Aaron Fara/-100, Stephan Hegyi/+100, Johannes Pacher/-90) bilden die Titelkämpfe die Generalprobe für den IJF-Grand-Slam in Budapest (23. – 25. Oktober). Verletzungsbedingt fehlen Lisa Dengg (Kreuzbandriss), Bernadette Graf (Schulterverletzung), Laurin Böhler (Halswirbel) und Wachid Borchashvili (Schulter).
• Besonders stark vertreten werden in Oberwart die Galaxy Judo Tigers (22 StarterInnen) sein, gefolgt von UJZ Mühlviertel (12) und ESV Sanjindo Bischofshofen (11).
• Die größten Starterfelder gibt’s in der Kategorie – 63 kg der Frauen (15) und -66kg der Männer (28). Nur drei Starterinnen haben in der Klasse +78kg genannt. Die Kategorie bis 78kg wurde gestrichen.
• Im Vorjahr nahmen in Kufstein 146 Aktive von 37 Vereinen an den Staatsmeisterschaften teil. Während das Nationalteam zeitgleich in Japan trainierte, waren die Athleten aus Wien in der Bundesländerwertung 2019 mit fünf Titeln das Maß aller Dinge – gefolgt von Oberösterreich (4), Salzburg (2), Niederösterreich (2) und Vorarlberg (1). In der Vereins-Wertung blieben die Volksbank Galaxy Tigers mit drei Staatsmeistern siegreich, elf Clubs stellten Titelträger.

An beiden Tagen wird ein Livestream angeboten: live.ijf.org/jr_oem_ak_2020/overview

Zeitplan:
Freitag, 16. Oktober:
18:45 Uhr: Auslosung
Samstag, 17. Oktober:
09:30 Uhr: Beginn der Kämpfe Block 1 (Frauen: -52 kg, +78 kg, Männer: -73 kg)
14:30 Uhr: Beginn der Kämpfe Block 2 (Männer: -60 kg, -66 kg)
Sonntag, 18. Oktober:
09:00 Uhr: Beginn der Kämpfe Block 3 (Frauen: -48 kg, -70, Männer: -81 kg, -90 kg)
14:00 Uhr: Beginn der Kämpfe Block 4 (Frauen: -57 kg, -63 kg, Männer: -100 kg, +100 kg)
Die Titelverteidiger:
Frauen:
-48 kg: Katharina Tanzer (Vienna Samurai, W)
-52 kg: Andrea Dall (UJZ Mühlviertel, OÖ)
-57 kg: Lisa Grabner (JC Wimpassing Sparkasse, NÖ)
-63 kg: Laura Kallinger (Judoring Wien, W)
-70 kg: Anna-Lena Schuchter (LZ Vorarlberg, V)
-78 kg: Marlene Hunger (JC Wimpassing Sparkasse, NÖ)
+78 kg: Maria Höllwart (ESV Sanjindo, S)
Männer:
-60 kg: Kimran Borchashvili (LZ Multikraft Wels, OÖ)
-66 kg: Florian Doppelhammer (JU DynamicOne, OÖ)
-73 kg: Mathias Czizsek (VB Galaxy Tigers, W)
-81 kg: Adam Borchashvilli (VB Galaxy Tigers, W)
-90 kg: Aslan Papoyan (VB Galaxy Tigers, W, Südstadt)
-100 kg: Maximilian Hageneder (JU Kirchham, OÖ)
+100 kg: Christoph Kronberger (JU Raiffeisen Flachgau, S)

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