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Ein Paket mit Symbol-Charakter: Österreichs Olympia-Kader-AnwärterInnen bekommen dieser Tage, vier Monate vor Beginn der Sommerspiele, von Headcoach Yvonne Bönisch und Nationaltrainer Patrick Rusch ihre offiziellen Tokio-Judogi überreicht (jeweils zwei in Blau, zwei in Weiß). JUDO AUSTRIA bat IPPON GEAR-Gründer und Geschäftsführer Stefan Kneitinger zum Interview.

Seit wann beschäftigt Euch das Thema Olympische Spiele Tokio?

Stefan Kneitinger: „Wir haben die Lieferung der Olympia-Judogi im Herbst bekommen. Die Auflagen sind bei Olympia traditionell strenger als auf der IJF-World-Tour. D.h. unsere Logo-Präsenz ist unauffälliger, sprich kleiner. Das gilt für alle Ausstatter. Im Jänner haben wir die Judogi an die betreffenden Verbände geliefert. In Österreich werden sie diese Woche den Olympia-AnwärterInnen übergeben und zwar all jenen, die aktuell ein Ticket fix haben. Aktive, die sich buchstäblich im letzten Moment noch qualifizieren, werden spätestens nach der WM, mit Ende der Qualifikationsfrist, ausgestattet. Für den ÖJV hoffen wir noch auf Lukas Reiter, Laurin Böhler oder Aaron Fara.“

Wie zufrieden ist die Firma IPPON GEAR mit dem bisherigen sportlichen Verlauf im Olympia-Jahr 2021 (d.h. nach dem World Judo Masters in Doha, den Grand Slams in Tel Aviv und Taschkent bzw. dem European Open in Prag)?

Kneitinger: „Um mit Österreich zu beginnen: Magda war in Tel Aviv richtig stark, sie ist im Olympia-Ranking nahe dran an den Top-8, d.h. darf damit spekulieren, in Tokio gesetzt zu sein. Michi Polleres ist zuletzt 2 x vorzeitig ausgeschieden, aber immer noch die Nummer 4. Da zählst du definitiv zu den Medaillen-Kandidatinnen. Nicht schlecht für eine 23-Jährige, die ihre Olympia-Premiere feiert. Stichwort: Jugend. Wir haben international eine Handvoll Top-Rookies unter Vertrag. Andrea Stojadinov (SRB) war bei den letzten drei Turnieren immer am Podium. Es ist eigentlich nur mehr eine Frage der Zeit, bis sie ihre routiniertere Landsfrau Milica Nikolic überholt und sich mit gerade mal 20 Jahren das Tokio-Ticket sichert. Noch vor ein paar Monaten hätte das niemand für möglich gehalten. Ähnlich gut läuft es für Sanne van Dijke (NED), 25, die ihre um 5 Jahre ältere Teamkollegin Kim Polling als (Team-interne) Nummer eins abgelöst hat und plötzlich auch für die Sommerspiele planen kann. Dazu bauen wir auf Routiniers wie Lukas Krpalek (CZE) und Matthias Casse (BEL): Beide führen in ihren Gewichtsklassen (+100/-81) die Weltrangliste an. Lukas ist Olympiasieger, mehrfacher Europa- und Weltmeister, Matthias war in Tokio 2019 Vize-Weltmeister, hat letztes Jahr zwei Grand Slams gewonnen. Für beide gilt: Ihnen fehlt durch Corona die gewohnte Konstanz. 2021 haben sie es auf der World Tour noch nicht aufs Podium geschafft. Trotzdem haben wir beide auf der Rechnung für Tokio. Kurz gesprochen: Wir sind happy, wie das Jahr sportlich angelaufen ist. Traumziel ist unsere erste Olympia-Medaille. In Rio 2016 war IPPON GEAR noch nicht zugelassen, da haben wir gerade erst die Eigenmarke gegründet. Bei den Spielen 2021 wollen wir anschreiben.“

 

Wie herausfordernd ist Eure wirtschaftliche Situation?

Kneitinger: „Die Pandemie trifft alle, auch uns. Unsere Lager sind prall gefüllt, wir haben unsere Bestellungen nicht storniert. Vorteil: Die in den letzten Monaten explodierenden Rohstoff-Preise tangieren uns derzeit noch nicht. Wir können jederzeit wieder voll loslegen, brennen auf den Re-Start der Amateure. Zu praktisch gleichbleibenden Preisen. Was uns während der Pandemie hilft: Dass wir unsere Produktpalette stark erweitert haben. Unsere Fitnessgeräte laufen gut. Nur ein Beispiel: Den Slam-Ball haben wir zum Vorzugspreis im Monats-Sonderangebot.“

Nächste Woche geht der Stress für Euch erst richtig los, warum?

Kneitinger: „Wir bauen gerade die Zentrale neu. Es entsteht ein Lager-, Bürokomplex mit ca. 1.500 Quadratmetern. Im Herbst möchten wir einziehen und damit die Zeit nach Corona einläuten und uns für die nächsten Jahre aufstellen. Im Moment trocknet gerade das Beton-Fundament, nächste Woche Stahl-Aufbau. Die neue Zentrale ist ein weiterer wichtiger Schritt für uns und IPPON GEAR.“

Wie oft sieht man Dich auf der Baustelle?

Kneitinger: „Jeden Tag, aber bisher hält sich der Aufwand noch in Grenzen. Ausnahmsweise bringt Corona auch was Positives. Durch die geschäftliche Entlastung habe ich hier momentan die Möglichkeit, mich voll auf den Neu-Bau zu konzentrieren.“

 

 

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