25. Juni 2022

Auftakt nach Maß

Auftakt nach Maß
© Wolfgang Eichler

Shamil Borchashvili belegte beim Grand-Slam-Turnier in Ulaanbaatar (MGL) Rang zwei. Im Finale musste sich der Olympia-Dritte von Tokio Joonwhan Lee (KOR) mit Waza-ari geschlagen geben. Der Koreaner hatte zuvor schon Olympiasieger Takunori Nagase (JPN) ausgeschaltet. „Shamil war heute vor allem kämpferisch bravourös und er hat sich auch taktisch gegen Rechtskämpfer schon viel besser präsentiert als noch bei der EM. Wir können mit diesem Auftakt in die Olympia-Qualifikation absolut zufrieden sein. Ich freue mich, dass Shamil wertvolle Punkte und Selbstvertrauen gesammelt hat, auch wenn im Augenblick bei ihm noch die Enttäuschung über die Finalniederlage überwiegt“, meinte ÖJV-Headcoach Yvonne Bönisch.

„Es ärgert mich, dass ich gegen Lee zu spät in den Kampf gefunden habe. Erst am Schluss habe ich so gekämpft, wie ich mir das vorgenommen hatte. Andererseits: Mit dem zweiten Platz kann ich natürlich ganz gut leben. Vor 3 Jahren bin ich mit null Zählern in die Olympia-Qualifikation gestartet. Jetzt war ich als Nummer 1 gesetzt und habe wichtige 350 Zähler mitgenommen“, gab sich Shamil Borchashvili durchaus erleichtert. Nachsatz: „Was mich besonders freut: Meine neue Diät hat sich absolut bewährt. Das langsamere Abnehmen scheint mir gutzutun, punkto Kraft war ich heute – im Unterschied zur EM in Sofia – von Beginn an voll da.“

Die Vorgeschichte ist Schnee von gestern, (fast) vergessen die Tatsache, dass mit Michaela Polleres, Katharina Tanzer und Daniel Allerstorfer gleich drei ÖJV-Judoka wegen Covid-19 für den Start der Olympia-Qualifikation in Ulaanbaatar (MGL) hatten kurzfristig absagen müssen. So musste Shamil Borchashvili (-81/LZ Multikraft Wels/OÖ) die Sache aus rot-weiß-roter Sicht alleine schaukeln. Und wie er das tat. Der 27-jährige Oberösterreicher musste zwar in allen drei Kämpfen ins Golden Score (Verlängerung), setzte sich aber letztlich jeweils mit Ippon durch. In Runde 2 schlug er Jooyong Kim (KOR/mit Festhaltegriff), im Viertelfinale den Franzosen Nicolas Chilard (3 Shidos – Disqualifikation) und im Semifinale hatte er in einem fast zehnminütigen Kampf gegen Alan Khubetsov (Russe – startet unter IJF-Flagge) den längeren Atem. Im Finale gegen Lee war dann freilich nichts mehr zu holen. Für den 20-jährigen Koreaner war es der erst 2. Auftritt auf der World-Tour und der zweite Sieg.

Yvonne Bönisch: „Lee war bis vor ein paar Wochen ein unbeschriebenes Blatt. Aber jetzt muss man ihn für die WM im Oktober auf der Rechnung haben. Shamil hat sich ein bisschen schwer getan, ist leider schnell in Rückstand geraten. Die Niederlage geht in Ordnung, aber unschlagbar ist auch Lee nicht. Beim nächsten Mal kann Shamil den Spieß sicher umdrehen.“

Für Rang 2 werden Shamil Borchashvili insgesamt 350 Olympia-Qualfikationspunkte gutgeschrieben.

Grand-Slam-Turnier in Ulaanbaatar (MGL, Start der Olympia-Qualifikation für Paris, 255 Judoka aus 30 Nationen am Start), 2. Wettkampftag, Samstag, Männer, -81 kg, Endstand: 1. Joonhwan Lee (KOR/7), 2. Shamil Borchasvili (LZ Multikraft Wels/OÖ/als Nr. 1 gesetzt), 3. ex aequo Takanori Nagase (JPN/2) und Frank De Wit (NED/3), Kämpfe von Shamil Borchashvili: 2. Runde: Ippon-Erfolg durch Festhaltegriff gegen Jooyong Kim (KOR) nach 2:27 Min. im Golden Score, Viertelfinale: Ippon-Erfolg durch Disqualifikation von Nicolas Chilard (FRA/wegen 3 Shidos) nach 2:56 Min. im Golden-Score, Semifinale: Ippon-Sieg gegen Alan Khubetsov nach 5:30 Min. im Golden Score (Kontertechnik), Finale: Waza-ari-Niederlage (Seoi-nage, Schulterwurf) gegen Joonhwan Lee (KOR) – damit Platz zwei.


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