Stephan Hegyi (+100/S.C. Hakoah/W) war mehr als zwei Jahre außer Gefecht, zuletzt absolvierte er mit LA-Trainer und Leistungssport-Austria-Vorstand Gregor Högler Extra-Krafttrainingseinheiten. Sonntagabend, am Schlusstag des Zagreb-Grand-Prix, meldete sich der 27-jährige Wiener nach zwei Kreuzbandrissen und einem Achillessehnenriss zurück. Der Schwergewichtler, zweifacher EM-Bronzemedaillengewinner und Olympia-Teilnehmer, holte seine erste World-Tour-Medaille seit 19. Februar 2022 (3. Platz beim Grand-Slam in Tel-Aviv/ISR), sprich seit 1.366 Tagen oder drei Jahren, acht Monaten. „Gratulation! Das ist eine sehr verdiente Medaille. Stephan hat in den letzten Monaten an seiner Schnellkraft gearbeitet, er wirkt sehr stark und ist definitiv wieder konkurrenzfähig. Aber wir müssen noch an seiner judospezifischen Ausdauer arbeiten, das hat man im Semifinale gesehen“, urteilte eine sichtlich zufriedene ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch. „Ich bin sehr stolz, es war ein langer Weg zurück“, strahlte der Bronzemedaillengewinner.
Auf dem Weg in den Finalblock schaltete Stephan Hegyi u.a. den als Nummer eins gesetzten Yevhenij Balyevskyy (UKR) und Igor Vracar (SRB/8) aus. Die einzige Niederlage des Tages kassierte er im Semifinale gegen den späteren Sieger und U-23-Europameister Kanan Nasibov (AZE) im Golden Score (5:04 Minuten Netto-Kampfzeit). Im Kampf um Bronze legte er den als Nummer 7 gesetzten Franzosen Tieman Diaby mit einem Beinfeger (De-ashi-barai) auf die Matte. Snir-Bönisch: „Stephan war der klar bessere Kämpfer, hat hochverdient mit einer spektakulären Wurftechnik gewonnen.“
IJF-World-Tour, Grand-Prix Zagreb (370 Judoka/48 Nationen), Sonntag, 3. und letzter Wettkampftag, Resultate, -90 kg (34 Starter), 1. Runde: Thomas Scharfetter (ESV Sanjindo Bischofshofen/S) – Lovre Markovic (CRO) Sieg mit Ippon nach 51 Sekunden, 2. Runde, Ippon-Niederlage im Golden-Score nach 8:54 Min. Netto-Kampfzeit mit Ippon – unplatziert, -100 (31), 2. Runde: Adam Borchashvilli (Galaxy Judo Tigers/W) – Gennaro Pirelli (ITA/2) Sieg durch w.o. (Nichtantritt), 3. Runde: Niederlage gegen Shpati Zekay (KOS) mit Waza-ari – unplatziert, +100 (20), 2. Runde: Movli Borchashvilli (Galaxy Judo Tigers/W/6) – Patryk Broniec (POL), Niederlage mit Ippon – unplatziert, Stephan Hegyi (S.C. Hakoah/W) – Yevheniy Balyevskyy (UKR/1), Ippon-Sieg nach 2:29 Min., der Ukrainer war zuvor mit Waza-ari in Führung gelegen, Viertelfinale: Ippon-Sieg gegen Igor Vracar (SRB/8) nach 1:50 Min., Semifinale: Ippon-Niederlage im Golden-Score gegen Kanan Nasibov (AZE/4), Finale um Bronze, Sieg mit Waza-ari-Wertung nach Beinfeger gegen Tieman Diaby (FRA/7) – damit Rang 3, Endstand: 1. Kanan Nasibov (AZE/4), 2. Jur Spijkers (NED/3), 3. ex aequo Saba Inaneishvili (GEO), Stephan Hegyi (AUT). Österreich landet in der Nationenwertung mit 1 x Silber (Bernd Fasching/-81), 1 x Bronze (Stephan Hegyi/+100) und einem 7. Rang (Daniel Leutgeb/-60) auf Rang 16. Nummer eins: Frankreich mit 3 x Gold, 4 x Silber, 2 x Bronze.