Bei Österreichischen Meisterschaften – wie auch bei den Unter-23-Titelkämpfen in Linz am Sonntag – wechselte Junioren-Ex-Weltmeisterin Elena Dengg (-70/JC Sanjindo Bischofshofen/S) schon öfters vom Mittel- ins Halbschwergewicht. Einziger Unterschied: Diesmal ist der Wechsel dauerhaft. Die 21-Jährige startet ab sofort in der Kategorie bis 78 kg. Ihr internationales Debüt in der neuen Gewichtsklasse gibt Elena in einer Woche bei den European Open in Sofia (BUL). Im JUDO-AUSTRIA-Interview spricht die Pongauerin über ihre Beweggründe.
Wann hast du dich endgültig für die neue Gewichtsklasse entschieden?
Elena Dengg: „Es war keine Blitzentscheidung von heute auf morgen, sondern ein Prozess, der über ein paar Monate ging. Letztendlich ist der Umstieg für mich eine Win-Win-Situation. Die Vorteile überwiegen deutlich…“
… die da wären?
Dengg: „Ich tue mir vor allem mit kleineren Gegnerinnen sehr schwer. Das fällt jetzt im Halbschwergewicht fast weg. In der Kategorie – 78 kg ist die Durchschnittsgröße deutlich höher, d.h. ich habe weniger Kämpfe gegen kleine Gegnerinnen. Dazu kommt, dass ich zuletzt vor jedem Turnier bereits knapp fünf Kilo Gewicht machen musste. Ich hab’s zwar ganz gut hinbekommen, aber in der Olympia-Qualifikation ab Juni werde ich sehr viel internationale Turniere bestreiten, da würde ich mittelfristig schon auch viel Substanz verlieren. Auch damit ist es jetzt vorbei. Es ist kein Zufall, dass Top-Asse wie Michaela Polleres oder Lubjana Piovesana kaum bis gar kein Gewicht machen müssen.“
Spielt es auch eine Rolle, dass mit dem Aufstieg in die höhere Klasse deine Chancen auf eine Olympia-Qualifikation für Los Angeles 2028 steigen?
Dengg: „Es ist in jedem Fall kein Nachteil, augenblicklich im Halbschwergewicht keine interne Konkurrenz um einen Startplatz zu haben. Wie gesagt, der Wechsel bringt für mich fast nur Vorteile mit sich.“
Warum ist jetzt der ideale Zeitpunkt für den Neustart?
Dengg: „Weil mir damit noch ein paar Monate Übergangsphase bleiben, bevor der Kampf um die Qualifikationspunkte für L.A. startet. Ich freue mich auf meine internationale Premiere in Sofia in einer Woche!“