Nur mehr eine Woche… Mehr als 500 Judoka aus 62 Nationen sind für den Oberösterreich-Grand-Prix in Linz von 6. bis 8. März genannt. Gastgeber Österreich wird mit 42 Aktiven, angeführt von der zweifachen Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres, vertreten sein. Aber nicht nur in der Tips Arena, sondern auch abseits der Matte wird Judo Austria jetzt aktiv: Eine neue Kooperation mit KADA, der führenden Institution für Bildungs- und Berufsberatung im österreichischen Spitzensport, soll die rot-weiß-roten Judoka verstärkt bei ihrer Entwicklung außerhalb des Sports fördern.
Als Fachverband ist Judo Austria bemüht, auf allen Ebenen die idealen Rahmenbedingungen für sportliche Bestleistungen zu schaffen. Dazu gehört auch, dass nicht alles bedingungslos dem Sport untergeordnet wird: Dem Verband ist wichtig, dass seine Athlet:innen nicht ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung aus den Augen verlieren.
Parallel zum Sport eine Ausbildung oder berufliche Tätigkeit zu verfolgen, ist in mehrfacher Hinsicht förderlich: Zum einen bietet es einen mentalen Ausgleich zum Sportgeschehen und senkt den Leistungsdruck. Zum anderen wird damit der Grundstein für ein selbstbestimmtes und sozial abgesichertes Leben nach dem Judo gelegt.
Die Kooperation mit KADA setzt genau hier an. Gegründet von ehemaligen Athlet:innen sowie Expert:innen aus dem Bildungs- und Berufscoaching bietet KADA österreichweit Unterstützung, um Spitzensport mit Bildung zu vereinbaren oder im Berufsleben Fuß zu fassen. Dank Förderungen des Sportministeriums und des AMS Salzburg sind die Beratungsangebote und Förderprogramme kostenlos.
Ziel der neuen Kooperation ist es, Judoka der (Nachwuchs-)Nationalkader, aber auch ihr sportliches und persönliches Umfeld, auf Bildungs- und Berufsmöglichkeiten aufmerksam zu machen und sie individuell in ihrer Laufbahn zu begleiten. Zur Umsetzung sind Workshops und vielfältige Informationsaktivitäten geplant, zusätzlich wird die Thematik verbandsseitig auch im Rahmen sportlicher Feedbackgespräche forciert.
Judo Austria setzt damit ein klares Commitment: „Wir sind uns der Verantwortung bewusst und legen größten Wert auf das ganzheitliche Wohlbefinden unserer Kader-Athlet:innen“, betont Präsident Martin Poiger. „Insofern genießt das Thema begleitende Ausbildung und die Weitsicht, auch während der sportlichen Karriere für die Zukunft vorausplanen, im Verband höchste Priorität.“ Sportdirektor Markus Moser ergänzt: „Wir starten zeitgleich – im Rahmen der Reihe ‚Judo Education – mit einer Fortbildungsinitiative, die insbesondere auf Nachwuchsathlet:innen, Eltern und Coaches abzielt. Das Thema ,Duale Karriere´ kann in diesem Rahmen intensiv angestoßen bzw. erläutert werden.“ Auch langfristig kann sich Markus Moser positive Effekte für den Verband vorstellen: „Warum sollen nicht frühere Top-Judoka, die nach ihrer Sportkarriere auch beruflich erfolgreich sind, mit ihren Firmen oder in beratenden Funktionen den Verband unterstützen. Das wäre für alle eine Win-Win-Situation.“
Wie bedeutend die Begleitung durch KADA für österreichische Spitzensportler:innen ist, verdeutlichen die gerade zu Ende gegangenen Olympischen Winterspiele in Milano und Cortina: 35 der 115 Athlet:innen im österreichischen Aufgebot haben im Lauf ihrer Karriere Unterstützungsangebote von KADA in Anspruch genommen.
Drei von ihnen stehen nach Medaillengewinnen im Rampenlicht: Katharina Huber und Benjamin Karl, die Gold in der alpinen Team-Kombination bzw. im Snowboard Riesenslalom holten, absolvierten via KADA die Berufsreifeprüfung. Sabine Payer, die sich ihrerseits Silber im Snowboard Parallel-Riesenslalom sicherte, nützte das KADA-Studienförderprogramm auf ihrem Weg zum Abschluss.
KADA Präsident Wolfgang Mayrhofer bekräftigt: „KADA erfüllt die gesellschaftliche Verpflichtung zum verantwortungsvollen Umgang mit Athlet:innen: Wir setzen uns dafür ein, dass sich niemand zwischen sportlichem Erfolg und der Vorbereitung auf die spätere Berufslaufbahn entscheiden muss. Ich freue mich sehr, dass Judo Austria diese Verantwortung mit uns mitträgt.“