25. April 2020

ÖJV-Videocamp: Im Team fit bleiben trotz physischer Distanz

Kampfsport zu betreiben, ohne dabei Körperkontakt zu haben klingt eigentlich paradox. Aber in Zeiten der pandemiebedingten physischen Distanz ist selbst das möglich. Das vom ÖJV veranstaltete Videocamp für Nachwuchsathleten wurde hervorragend angenommen. Sogar ein Olympiasieger stellte seine Expertise zur Verfügung.

Rund 100 Athleten aus den U18- und U21-Altersklassen nahmen am Samstag am virtuellen Training teil. Sie wurden österreichweit mit den National- und Heimtrainern in Verbindung gebracht und durften sich auch von den „Großen“, den Sportlern aus dem Nationalteam, etwas abschauen. Eine Judoeinheit wurde beispielsweise von Bernadette Graf geleitet. Doch wie sieht so eine Einheit aus, wenn der Gegner nicht anwesend ist? Uchi-Komi lautet das Stichwort: Es geht dabei um das gezielte wiederholte Üben von judospezifischen Bewegungsabläufen. Diese können auch ohne Partner zumindest bestmöglich simuliert werden.

Neben drei Challenges, bei denen die jungen Judoka gefordert wurden, sich mit den Role Models Michaela Polleres, Magdalena Krssakova und Kimran Borchashvili zu messen, stand ein Champions Talk auf dem Programm. Dabei stand der Judo-Olympiasieger Frank Wieneke den Nachwuchsassen Rede und Antwort. Der Deutsche gewann 1984 in Los Angeles Gold, vier Jahre später in Seoul Silber. „Das war eine besonders ehrliche und anregende Diskussion. Die Inhalte waren für die jungen Sportler absolut spannend“, schilderte ÖJV-Sportdirektor Markus Moser.

Aufgrund der enorm positiven Resonanz wird bereits jetzt an einer zweiten Auflage des Videocamps gearbeitet. Unklar ist derzeit noch, wann im Breitensport wieder ein Training mit physischer Anwesenheit stattfinden kann. Der ÖJV wird nach Veröffentlichung der entsprechenden Verordnung schnellstmöglich Empfehlungen formulieren.

Die Aktiven des Nationalkaders sind seit wenigen Tagen wieder im Training in den Sportzentren. Internationale Wettkämpfe wird es zumindest bis Ende Juni – höchstwahrscheinlich aber auch darüber hinaus – nicht geben. Diese pandemiebedingte Pause wird vorwiegend dazu genützt, an den konditionellen Voraussetzungen und der Entwicklung von Bewegungsmustern zu arbeiten. Manchen kommt diese Phase aber auch aus anderen Gründen gelegen: Sabrina Filzmoser etwa konnte ihre Polizeiausbildung kurzerhand vorziehen, um dann rechtzeitig wieder den Kurs Richtung Tokio – auch ein Jahr später – wieder mit vollem Fokus zu verfolgen.


Verwandte News

Partner und Sponsoren