Am Ende nimmt Lubjana Piovesana (-63/LZ Hohenems/V) von der Judo-WM in Baku ganze 220 Weltranglistenpunkte mit. Eine erhoffte Top-7-Platzierung oder gar die erste WM-Medaille waren Fehlanzeige. „Es fühlt sich schlimm an, nach so einem Kampf mit leeren Händen dazustehen. Umso mehr, weil ich gestern wegen Nackenschmerzen den Hals kaum bewegen konnte. Ich war so knapp dran“, meinte die Austro-Britin nach ihrem Zweitrunden-Aus gegen Europameisterin und Ex-Weltmeisterin Joanne Van Lieshout (NED/4).
„3:30 Minuten lang habe ich alles richtig gemacht. Ich habe den Griffkampf dominiert und hatte ganz klar das Kommando. Die Revanche – nach zwei Niederlagen bei Grand-Slams im heurigen Jahr – schien greifbar. Eigentlich war alles angerichtet. Und dann habe ich die Panik bekommen. Ich kann’s mir eigentlich selbst nicht erklären. Aber im entscheidenden Moment habe ich die Nerven verloren, hatte plötzlich kein Selbstvertrauen. Plötzlich war der taktische Plan vergessen und ich habe angegriffen. Das hätte mir nicht passieren dürfen.“
Trotz der Enttäuschung bleibt die Gewissheit, weiter zur absoluten Weltklasse zu gehören. „Ich kämpfe heuer noch mindestens zwei World-Tour-Turniere, den Grand-Slam in Abu-Dhabi und das Masters in Duschanbe. Was ich aus Baku mitnehmen kann, ist die Tatsache, dass ich auch im Griffkampf reüssieren kann“, betonte die 29-Jährige. Nachsatz: „Abhaken, weitermachen – in ein paar Tagen wird die Enttäuschung fast verflogen sein und ich werde mich wieder aufs Training in München und Linz konzentrieren.“