Michaela Polleres ist eine Medaillenbank. Das wusste man. Jetzt hat die 29-jährige Niederösterreicherin, zweifache Olympia-Medaillengewinnerin, nicht nur ihr drittes WM-Edelmetall fix, sondern hat erstmals auch die Chance, den WM-Titel zu holen. Judo-Austria-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch über…
… den Wettkampftag in Baku: „Ich hatte vom ersten Kampf an ein gutes Gefühl. Es gab keinen einzigen Moment, wo Michi in Bedrängnis kam. Sie spielt ihre Höchstform und Routine aus und wartet eiskalt auf ihre Chance. Sie hat heute jede Gegnerin alt aussehen lassen, besonders die Nummer zwei Aoife Coughlan. Das ist beeindruckend, erst recht, wenn man weiß, dass ihr die Australierin eigentlich nicht liegt.“
… das Phänomen Michaela Polleres: „Michi lässt sich vom Drumherum selten bis nie beeindrucken. Sie geht mit dem Erwartungsdruck sehr gut um und sie hat mittlerweile enorme Erfahrung. Deshalb ist Michi am Tag X fast immer top und liefert ab. Die einjährige Wettkampfpause nach den Olympischen Spielen in Paris hat sie gebraucht, um ihre Akkus wieder aufzuladen.“
… den Finalkampf gegen Tsunoda Roustant: „Die beiden haben in Paris um Olympia-Bronze gekämpft und Michi hat gewonnen. Wenn Michi ihre Vormittagsform konserviert, würde ich sagen, sie holt Gold. Die Chancen stehen gut, aber die Spanierin ist eine harte Nuss, hat Michi auf der World-Tour schon viermal geschlagen. Wenn man die letzten Wochen und Monate hernimmt, dann wäre der WM-Titel mehr als verdient. Michi hat extrem hart gearbeitet – sie ist top-vorbereitet und besser denn je.“