Ein nacholympisches Judo-Jahr neigt sich – mit großen Schritten – dem Ende zu. Mehr als 50 Events wurden vom ÖJV in den vergangenen zwölf Monaten mit Erfolg abgewickelt. Die Verschnaufspause nach den Vorzeigespielen in Paris hat jetzt auch für Bronzemedaillengewinnerin Michaela Polleres das geplante Ende gefunden – auch wenn’s beim Comeback-Grand-Slam in Tokio noch kein zählbares Resultat gab. Die gezeigte Leistung gibt jedenfalls Hoffnung, dass die 28-jährige Niederösterreicherin rechtzeitig zum Start der Olympiaqualifikation Mitte Juni in Ulaanbaatar ihre alte Höchstform ausspielen kann.
14 Tage verbleiben noch im laufenden Kalenderjahr, aber aus Verbandssicht gibt’s kaum noch offene Fragen. Die Jahresbilanz 2025 schwankt zwischen den Noten „sehr gut“ und „gut“. Die wichtigsten Zahlen und Fakten im Schnelldurchlauf:
- Dass 848 Athlet:innen aus 40 Nationen das 31. Olympic Training Camp, kurz OTC, im Sporthotel Kogler in Mittersill einmal mehr zum großen Erfolg machten, kam wenig überraschend. Wenn ausländische Judoka von Österreich zu schwärmen beginnen, dann spielt meistens das ultimative Judo-Trainingslager im Pinzgau die Hauptrolle.
- Wesentlich überraschender mutet da schon der rasante Aufstieg des OÖ-Grand-Prix in Linz an: Im März 2026 steht die erst vierte Auflage an, das Turnier in der TipsArena ist freilich längst ein Verkaufsschlager. 416 Judoka aus 52 Nationen waren im Einsatz – mehr als bei allen anderen 13 World-Tour-Turnieren des Jahres. Zum Vergleich: Der Grand-Slam in Paris lockte 298 Judoka aus 50 Ländern an, in Tokio waren 303 Athlet:innen aus 41 Nationen genannt, in Tiflis waren es 385 bzw. 52 Nationen. „Wir dürfen stolz sein“, gaben sich der lokale Veranstalter Manfred Reisinger und ÖJV-Präsident Martin Poiger überrascht. Längst laufen die Vorbereitungen für den OÖ-GP 2026 auf Hochtouren. Auch die Anmeldungsfrist hat schon begonnen.
- „Die Zahlen sprechen für sich“, durfte ÖJV-Generalsekretärin Corina Korner bei der letzten Vorstandssitzung berichten. Zum zweiten Mal in Folge schreibt der Österreichische Judoverband schwarze Zahlen und kann die Summe der Rücklagen signifikant steigern.
- Bis zum letzten Platz gefüllt war auch einmal mehr das Final-Four in Gmunden. 2.200 Fans sahen den 12. Rekordtitel der Galaxy-Männer und den ersten Triumph des Frauenteams von SU Raiffeisenbank Leibnitz seit 33 Jahren.
- Österreichs Top-Asse durften sich über insgesamt sechs Podestplätze auf der World-Tour freuen. Für die drei rot-weiß-roten Grand-Slam-Bronzemedaillen sorgten Lubjana „Lulu“ Piovesana (2 x – in Dushanbe und Baku) und Samuel Gaßner. Halb-Mittelgewichtler Bernd Fasching (-81) durfte sich über GP-Silber in Zagreb und Rang 3 zu Hause beim Heim-Grand-Prix in Linz freuen. Auf dem Podest in Zagreb stand schließlich auch Stephan Hegyi, der im Schwergewicht Dritter wurde. Als Draufgabe gewann Bernd Fasching bei Unter-23-EM in Chisinau (MDA) ebenfalls Bronze.
- Die Zahl der aktiven Judokämpfer in Österreich steigt weiter an. 2025 fehlten ganze fünf Judo-Cards auf die 13.000-Mitglieder-Marke.