25. April 2026

"Gemeinsam stärker werden!"

Die oberste Athletensprecherin des Österreichischen Olympischen Comités heißt Magdalena Krssakova. Die 32-jährige Ex-Judo-Vize-Europameisterin und Tokio-Olympiastarterin wurde zur Vorsitzenden der ÖOC-Athlet:innen-Kommission gewählt. Im Judo-Austria-Gespräch spricht die 32-jährige Wienerin über die Faszination Olympia, die Herausforderungen als Athletensprecherin und ihre sportlichen Ziele in der neuen Gewichtsklasse (-70 kg).

Wie kam’s zu dieser Entscheidung – bist du überrascht?

Magdalena Krssakova: „Ich war seit Tokio stellvertretende Vorsitzende der ÖOC-Athlet:innen-Kommission, habe in dieser Zeit die Wünsche und Anforderungen unserer Aktiven schrittweise kennengelernt. Snowboarder Alex Payer hat mich in der Sitzung gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, den Vorsitz zu übernehmen. Wir kennen uns von Sitzungen, haben das ÖOC bei einer Olympia-SprecherInnen-Konferenz in Lausanne vertreten. Rein pragmatisch gesehen bin ich oft in Wien, habe Zugang zu vielen Entscheidungsträger:innen. Dass ich jetzt den Vorsitz habe, kommt natürlich überraschend. Als ich zur Sitzung gefahren bin, habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, am Ende des Tages den Vorsitz zu übernehmen.“

Welche Gedanken gingen dir durch den Kopf, als deine Wahl feststand?

Krssakova: „Eine Mischung aus Stolz, Freude und Verantwortungsgefühl – es ehrt mich, gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen – von Bobpiloton Katrin Beierl, über Eisschnelllauf-Ass Vanessa Herzog, Ruder-Olympiamedaillengewinnerin Magdalena Lobnig, dem zweifachen Snowboardcross-Olympiasieger Alessandro Hämmerle, Schwimmer Felix Auböck bis hin zu Alpin-Snowboarder Alex Payer – das Olympic Team Austria vertreten zu können. Wir wollen allen Aktiven eine wichtige Stimme im Vorstand geben und unsere Interessen bestmöglich vertreten, soweit der Auftrag. Das ist eine sehr interessante, verantwortungsvolle Aufgabe. Ich habe beim Judoverband gelernt, was bei gutem, konstruktivem Miteinander alles möglich ist.“

Konkret gesprochen: Gibt es schon erste Vorgaben und Ziele – was wollt ihr in den nächsten Monaten erreichen?

Krssakova: „Dass das Trainings- und Betreuungsumfeld für alle Top-SportlerInnen – vor allem in den Olympia-Zentren – laufend optimiert wird. Ein persönliches Beispiel: Ich trainiere im Olympiazentrum Linz, am ÖJV-Bundesstützpunkt, und habe in Linz auch meinen Hauptwohnsitz. So wurde ich auf der Gugl in meiner Reha nach zwei Knie-Operationen optimal betreut und zwar vom ersten Tag an, gut 20 Monate lang. Wenn ich noch in Wien wohnen würde, wäre das vermutlich in dieser Form nicht möglich gewesen… Solche Barrieren gilt es zu überdenken, wenn irgendwie möglich Abhilfen zu schaffen. Ein anderes Beispiel: Viele Nationen veranstalten seit Jahren regelmäßige Workshops und Treffen der potentiellen Olympia-Teilnehmer:innen. Das IOC würde solche Events auch finanziell unterstützen. Also warum sollten nicht auch wir derartige Veranstaltungen initiieren?“

Zum Judo: Welche sportlichen Ziele steckst du dir in diesem Jahr?

Krssakova: „Ich hatte – nach 2 Knie-Operationen – eine 20-monatige Verletzungspause, habe dazu noch die Gewichtsklasse gewechselt. Die ersten zwei Turniere waren o.k., Headcoach Yvonne Snir-Bönisch war speziell von meinem Auftritt in Linz sehr angetan. Aber ein zählbares Resultat hat noch nicht herausgeschaut. Meine nächste Chance sind die European Open in Benidorm, in etwas mehr als zwei Wochen. Ich fühle mich absolut konkurrenzfähig.“

Du bist Sportsoldatin, trainierst zweimal täglich. Damit nicht genug: Bleibt auch noch Zeit für dein Studium der Sportwissenschaften?

Krssakova: „Ich habe ja schon ein abgeschlossenes Studium, bin diplomierte Sportmanagerin. Jetzt mache ich in Düsseldorf ein Fernstudium der Sportwissenschaften. Ich kann mir durchaus vorstellen, eine Laufbahn als Trainerin einzuschlagen… Zuletzt habe ich die Instruktoren-Ausbildung abgeschlossen. Aber in nächster Zeit haben der Sport und meine ÖOC-Athletensprecherinnen-Rolle Vorrang. Das liegt auf der Hand.“


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