Michaela Polleres versprüht so etwas wie die Leichtigkeit des Seins. Die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin hatte – nach den Spielen in Paris – mehr als ein Jahr Wettkampfpause, beim Grand-Slam in Tokio Anfang im Dezember letzten Jahres meldete sie sich zurück. In Japans Hauptstadt blieb die 28-jährige Niederösterreicherin noch ohne zählbares Ergebnis. 2026 will sie schnellstmöglich zurück unter die Top-10 der Weltrangliste. Beim Olympic Training Camp in Mittersill nahm sich das ÖJV-Aushängeschild Zeit für ein Kurz-Interview.
Wie läuft das Training in Mittersill? Wie gut fühlst du dich schon in Form?
Michaela Polleres: „Wir haben ja schon einen Kurz-Lehrgang in Linz hinter uns, haben nicht viel Pause gemacht. Das kommt uns jetzt zugute. Ich fühle mich sehr gut, Judo macht mir großen Spaß, ich fühle mich bereit für den Saisonstart. In Mittersill sind wie immer viele Top-Athletinnen mit dabei, das Randori-Training läuft gut. Die Trainingseinheiten sind sehr intensiv. Noch bleibt ja ein knappes Monat bis zum Grand-Slam in Paris. Ich werde top-vorbereitet sein.“
Wie beurteilst du im Nachhinein deine lange Wettkampfpause nach Paris. War es die richtige Entscheidung, dich rauszunehmen und die Batterien wieder völlig aufzuladen?
Polleres: „Der Vorschlag zur Pause kam ja von Yvonne (Snir-Bönisch, Cheftrainerin). Ich war jedenfalls in guter Gesellschaft, viele Top-Athletinnen haben nach Paris Pause gemacht. Mir hat’s unglaublich gut getan. Ich habe die letzten fünf Jahre extrem viel gekämpft – das hat natürlich Substanz gekostet. Jetzt bin ich körperlich top in Schuss und höchstmotiviert. Die Olympia-Qualifikation für Los Angeles 2028 kann kann kommen, ich fühle mich bereit und freue mich auf die Herausforderung.“
Beim Comeback in Tokio hat’s noch nicht mit einer Top-7-Platzierung geklappt, musstest du dich in Runde zwei der Weltranglisten-Sechsten Ai Tsunoda Roustant geschlagen geben. Jener Spanierin, die du in Paris im Duell um Bronze besiegt hast. Coach Yvonne Snir-Bönisch hat nachher gemeint, es war richtig knapp, die lange Wettkampfpause war dir nicht mehr anzusehen. Was heißt das fürs neue Jahr?
Polleres: „Ich sehe es genauso wie Yvonne. Ich fühle mich sehr gut und bin absolut konkurrenzfähig. Jetzt heißt es, bis zum Beginn der Olympia-Qualifikation Ende Juni, die nötigen Weltranglisten-Punkte zu sammeln, um bei den World-Tour-Turnieren wieder gesetzt zu sein. Dazu muss ich mich vom aktuellen 18. Rang zurück in die Top-8. Ich würde sagen: Ich bin schon wieder fast die Alte, was mir jetzt noch fehlt sind ein paar Wettkämpfe auf Top-Niveau.“