20. Oktober 2026

Medaillenjagd in Afrika

Ganze 18 österreichische Nachwuchssportler:innen haben einen Quotenplatz für die Olypischen Jugendspiele in Dakar (SEN/31.10. – 13.11.) ergattert. Im IOC-Jargon heißen die Jugendspiele kurz YOG – das ist eine Abkürzung der englischen Bezeichnung Youth Olympic Games. Für Judo – eine von zehn Sportarten mit rot-weiß-roter Beteiligung – gab’s nur einen Startplatz und der wurde vom ÖJV an Selina Wögerer (Fairdrive Leonding/OÖ) vergeben. Die 17-jährige Linzerin – Schülerin am BORG in der Honauerstraße – wird sich in der für sie ungewohnten Gewichtsklasse – 78 kg versuchen. Mittwoch und Donnerstag steigt in Spital am Pyhrn das ÖOC-Kick-off und die offizielle Einkleidung für die erste olympische Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent. Am 28. Oktober geht’s mit der AUA nach Westafrika, am 3. November steht der Wettkampftag im Halbschwergewicht (-78 kg) an. Betreut wird die ÖJV-Nachwuchshoffnung in Senegal von Nationaltrainerin Lisa Dengg. Mit Judo Austria sprach „Seli“ über…

… ihre Judo-Anfangsjahre: „Ich hab‘ in der Volksschule gemeinsam mit einer Freundin ein Sportpass-Schnuppertraining besucht. Da wurde uns Judo und Ringen vorgestellt. Kurz später, noch mit sechs Jahren, hab‘ ich mein erstes Judo-Turnier bestritten. Ich habe schnell Erfolg gehabt und bin dabei geblieben.“

… das Borg Linz: „Es war eigentlich nicht geplant, sondern eine spontane Aktion, mich für die Leistungssportklasse anzumelden. Seitdem ich am Borg bin, weiß ich auch, dass ich Leistungssportlerin werden und zu Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen will. Der Judoklub Fairdrive Leonding ist so etwas wie meine zweite Familie, meine Trainingspartnerin Bleona Rama meine beste Freundin. Das Training am Olympiazentrum auf der Gugl macht großen Spaß, so anstrengend es auch sein mag. In der Schule sind meine Lieblingsfächer Mathematik und Geographie. Neben dem Judo ist Backen mein größtes Hobby, wenn man vom Shoppen einmal absieht…“

… die Nominierung für die Jugendspiele: „Ich freu‘ mich darauf, erstmals in Afrika kämpfen zu können. Wegen einer Ellbogenverletzung – nach einem Armhebel im EM-Semifinale auf Gran Canaria – musste ich für die Jugend-WM in Ecuador verletzungsbedingt absagen. Das war ein großer Rückschlag. Umso mehr habe ich mich dann über die YOG-Nominierung gefreut. Statt der verpassten WM-Medaille ist jetzt ein Top-3-Platz bei den Olympischen Jugendspielen das große Ziel. Ich habe heuer bei allen vier Europacups, bei denen ich gestartet bin, Medaillen geholt, in Porec sogar Gold. Nur bei der EM musste ich nach der Verletzung im Semifinale im Finale um Bronze w.o. geben.“

… der kurzfristige Gewichtsklassenwechsel: „Österreich hat einen Quotenplatz – 78 kg bekommen. Diese Gewichtsklasse wird in der Jugend normalerweise nicht ausgetragen. D.h. auch für meine Gegnerinnen wird das Neuland sein. Das sollte also keine große Umstellung sein.“

© Judo Austria/Dorottya Makovinyi


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