Alle Jahre wieder: Beim Bundesliga-Final-Four in Gmunden werden in den Kampfpausen (der Semifinal- und Finalrunden) die JUDO AUSTRIA AWARDS 2025 vergeben. Zehn Kategorien kamen zur Abstimmung – wir präsentieren bis Samstag die diesjährigen Gewinner:innen. Den Anfang machen Donnerstag, in Teil eins, die drei Nachwuchs- und zwei Kampfrichter-Kategorien.
Nachwuchssportlerin des Jahres: CARINA KLAUS-STERNWIESER
Carina Klaus-Sternwieser (-52 kg/Askö Reichraming) liefert beständig Spitzenleistungen ab. Die 20-jährige Oberösterreicherin ist im Juniorenbereich beständig in den Top-Rängen zu finden. Bei der Junioren-WM 2023 in Odivelas (POR) belegte sie ebenso Platz fünf wie in diesem Jahr bei der Unter-21-EM in Bratislava (SVK). Beim Junioren-Europacup in Lignano (ITA) belohnte sich Klaus-Sternwieser mit Bronze. Folgerichtig war CKS dann auch die einzige ÖJV-Nachwuchsathletin, die zur Junioren-WM 2025 nach Lima (PER) durfte und Bruder Alexander, neuerdings OÖ-Landestrainer, kam als Trainingspartner mit. Doch das Peru-Abenteuer ging schneller zu Ende als gedacht. Die ÖJV-Einzelkämpferin scheiterte gleich zu Beginn an der Brasilianerin Nicole Marques. Der Kampf wurde im Golden Score entschieden, am Ende gab eine Yuko-Wertung zu Gunsten von Marques den Ausschlag. Klaus-Sternwieser blieb unplatziert und musste die Koffer packen. Am Ende des Tages gewann Marques alle weiteren Kämpfe mit Ippon und holte in beeindruckender Manier WM-Gold. Einzig Klaus-Sternwieser hatte sie an den Rand einer Niederlage gebracht. Aber eben nur fast.
„Carina beweist immer wieder, dass sie mit den Besten mithalten kann. Wir planen mit ihr, erhoffen uns, dass Carina sich auch in der allgemeinen Klasse nachhaltig durchsetzt, erst recht, weil die Konkurrenz im Halbleichtgewicht aktuell überschaubar ist“, attestiert ÖJV-Sportdirektor Markus Moser. „Und nicht immer wird Carina wie Anfang Oktober in Lima Lospech haben.“
Nachwuchssportler des Jahres: RONALD PRÖLL
Der Name Pröll bürgt für Qualität und ist eng mit dem Judo im Allgemeinen und dem UJZ Mühlviertel im Speziellen verbunden. Ronald, 20, ist der zweitälteste der vier Pröll-Sprösslinge, hinter Richard, 23, um ein Jahr älter als Michael bzw. zwei Jahre älter als Schwester Claire. In der Bundesliga kam er heuer zweimal zum Einsatz, beide Male verließ er als Sieger der Matte. Beim Heim-Junioren-Europacup in Graz gewann er die Bronzemedaille, musste sich nur im Semifinale dem späteren Sieger Oleksii Boldyriev (POL) geschlagen. Bei seinem Junioren-EM-Auftritt musste der Mühlviertler gleich in Runde eins gegen den topgesetzten Polen ran und abermals behielt Boldyriev die Oberhand.
Judo allein ist dem 20-Jährigen längst nicht genug. Im Gegensatz zum Großteil seiner Trainingskolleginnen und -kollegen besucht er kein Leistungssport-Schulmodell, sondern absolviert in der Österreichischen Schiffswerft AG in Linz eine Maschinenbau-Lehre. Jede internationale Auftritt ist mit einem Urlaubsantrag verbunden. „Mir gefällt die Abwechslung, ich will nicht tauschen“, bekräftigt Ronald. Der Erfolg gibt ihm recht.

Nachwuchs-Verein des Jahres: ASKÖ REICHRAMING
Zahlen lügen nicht, heißt es – das gilt für alle Altersklassen – vom Schlumpf-Turnier in Gallneukirchen (U8 – U12) über die österreichischen Staatsmeisterschaften bis hin zu internationalen Großereignissen. Askö Reichraming besticht Jahr ein, Jahr aus mit konsequenter, erfolgreicher Nachwuchsarbeit und das war im laufenden Jahr nicht anders. Mit den Stögmann-Zwillingen Isabella und Stefan sowie Bleona Rama waren die Öberösterreicher bei der Jugend-EM in Skopje vertreten, mit Carina Klaus-Sternwieser schrieb man – mit Rang fünf – bei der Junioren-EM in Bratislava an. Stefan Stögmann und Bleona Rama nahmen darüber hinaus auch an den Europäischen Jugendspielen in Skopje teil. Die nationale Bilanz – bei den Österreichischen U16- bis U23-Meisterschaften – liest sich wie folgt: 12 Medaillen insgesamt, davon 2 x Gold, 5 x Silber und 5 x Bronze. Im November räumte man auch bei den Askö-Bundesmeisterschaften in Leonding 14 Medaillen ab, darunter 5 Goldene.
Für die nachhaltige Erfolgsbilanz zeichnet das Trainerteam um Alfred Scharnreiter senior & junior sowie Hermann Leutgeb verantwortlich. Fortsetzung folgt im nächsten Jahr – alles andere wäre nicht Reichraming-like.

Internationaler Kampfrichter des Jahres: ANDREAS BERNHOFER
Gut, dass es ihn gibt: Andreas Bernhofer, Universitäts-Professor für Musikpädagogik am Mozarteum Salzburg, zählt seit Jahren zu den verlässlichen Protagonisten im europäischen und heimischen Kampfrichterwesen. Die Auftritte des 45-Jährigen nehmen kontinuierlich zu: Für die Europäische Judo-Union war Bernhofer bei der Unter-23-EM in Chisinau, der Junioren-EM in Bratislava und den Europäischen Jugendspielen in Skopje im Einsatz, im Europa-Referee-Ranking kletterte er auf Platz 45, Tendenz steigend. Im ÖJV-Kampfrichterreferat zeichnete der Mozartstädter für die Besetzung aller Bundesliga-Runden verantwortlich, Final-Four inbegriffen. Nur logisch, dass Andreas Bernhofer in Judokreisen von allen Seiten in höchsten Tönen gelobt wird.

Bundeskampfrichter des Jahres: HARALD RUTHNER
Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass Harald Ruthner nach knapp drei Jahrzehnten als IJF-Kampfrichter seine internationale Laufbahn für beendet erklärte. Seither widmet er sich verstärkt nationalen Belangen: Beim Heim-Grand-Prix in Linz zählt Ruthner zum OK-Führungsteam, als Landeskampfrichterreferent steht er dem lokalen Nachwuchs helfend zur Seite und bei Österreichischen Meisterschaften bzw. Bundesliga-Runden ist er als Kampfrichter gesetzt.
Soll heißen: Mit 64 Jahren ist Harald auf heimischer Ebene aktiver denn je. Und das ist eine verdammt gute Nachricht!
Der Judo-Awards-2025-Teil zwei geht Freitagvormittag online – mit den Kategorien, Vereinstrainer:in des Jahres, Verein des Jahres, Funktionär:in des Jahres.
