Am Wochenende werden nochmals Tränen fließen: Magdalena Krssakova, ÖJV-Vorstandsmitglied und Vorsitzende der ÖOC-Athlet:innen-Kommission, gibt bei den European Open in Prag ihren Abschied vom Leistungssport. Ihre letzte Reise als Leistungssportlerin, begleitet von Coach Amjad Karimyan, ihr letztes Turnier, ausgerechnet in Tschechiens Hauptstadt, wo 2020 mit EM-Silber der größte Erfolg ihrer Karriere gelang. JUDO AUSTRIA bat die 32-jährige Wienerin zum Abschieds-Interview.
Wie schwer ist dir die Entscheidung gefallen, nach 15 Jahren auf der Judo-World-Tour deine Karriere zu beenden und als Sportsoldatin mit 1. September abzurüsten?
Magdalena Krssakova: „Es ist für mich der ideale Zeitpunkt und fühlt sich absolut richtig an. Ich habe mich nach zwei Knie-Operationen gut zurückgekämpft, bin top-fit und werde mit September in das ÖJV-Trainer-Entwicklungsprogramm in Linz einsteigen. Ich freue mich, von Headcoach Yvonne Snir-Bönisch lernen zu können. Dieses Angebot konnte ich nicht ausschlagen. Aber natürlich schwingt auch ein bisschen Wehmut mit: Ich stehe seit meinem 8. Lebensjahr auf der Matte, war 15 Jahre Leistungssportlerin. Es war sehr schön, aber jetzt ist die Zeit reif für neue Aufgaben. Ich kann mir durchaus vorstellen, auch einmal als Cheftrainerin zu arbeiten. Aber jetzt will ich einmal – gemeinsam mit Yvonne – herausfinden, wie gut ich mich als Coach schlage. Die Vorfreude ist groß!“
Mit welchen Erwartungen fährst du nach Prag?
Krssakova: „Ich will mich mit meinem Trainer, Amjad Karimyan, mit Stil von der Wettkampfbühne verabschieden. Er hat mich entdeckt, er soll auch bei meinem letzten Kampf dabei sein. Ihm verdanke ich meine sportlichen Erfolge, EM-Silber, die Olympia-Teilnahme und die Grand-Slam-Medaillen. Ich war unter den Top-10 der Welt, ich kann stolz auf meine Karriere sein und ich bin Amjad extrem dankbar, dass er bei all meinen Höhen und Tiefen immer mit dabei war. Das ist sehr speziell.“
Und jetzt willst du selbst Trainerin werden?
Krssakova: „Ich habe die Instruktor:innen-Prüfung abgeschlossen und studiere Sportwissenschaft. Ich kann mir gut vorstellen, mein Know-how an andere weiterzugeben. Ich stehe nach wie vor gerne in der Halle, aber als Leistungssportlerin ist jetzt Schluss. Im August wird abgerüstet. Bis dahin kann ich erstmals den Sommer genießen.“
Fliegst du weg?
Krssakova: „Ich werde eine Woche mit Michaela Polleres in Tirol wandern gehen. Was ich sonst noch mache, entscheide ich kurzfristig.“