26. August 2011

Auch Schirnhofer weg – Kutschera: „Dämpfer zur rechten Zeit“

Der siebente Platz von Hilde Drexler in der Klasse bis 63 Kilogramm blieb Österreichs einziger zählbarer Erfolg bei der Judo-WM 2011 in Paris-Bercy. Am Freitag musste sich der letzte ÖJV-Starter dieser Titelkämpfe, Max Schirnhofer, in der ersten Runde der Klasse bis 90 Kilogramm Diedonne Dolassem aus Kamerun mit Ippon geschlagen geben und schied aus. „Wir werden zwar an den Athleten festhalten, aber im Coaching-Bereich einiges adaptieren müssen“, zog ÖJV-Präsident Dr. Hans Paul Kutschera eine erste Bilanz.

Schirnhofer, der vor wenigen Wochen in Rio de Janeiro die Militär-Weltspiele  gewonnen hatte, kam gegen den Kameruner nie zu seinem gewohnten Kampfstil. Der Afrikaner buchte zwei Yuko-Wertungen, Schirnhofer kam dank zweier Verwarnungen für seinen Gegner dann auch zu einem Yuko, aber vier Sekunden vor Ende setzte Dolassem zum entscheidenden Wurf an – Ippon! Damit schied der Salzburger als einziger Österreicher dieser WM 2011 ohne einen gewonnenen Kampf vorzeitig aus. „Ich bekam fünf Tage vor der WM eine Gicht und hatte höllische Zehen-Schmerzen, musste jeden Tag 6 Liter trinken“, erzählt Max, der dann noch nach der Anreise nach Paris drei Kilo abtrainieren musste. „Dazu kam sicher noch der Trainingsrückstand nach meinem Schlüsselbeinruch“, meint der Salzburger. Olympia sei für ihn aber noch lange nicht abgehakt, im Gegenteil: „Es gibt bis zum Ende der Qualifikation noch genug Turniere, bei denen ich fünf gute Resultate fürs Ranking brauche. Und erst nach der EM 2012 wird abgerechnet“, sagt Schirnhofer.

„Das Gesamtergebnis ist mit einem siebenten Platz natürlich enttäuschend, auch wenn die Leistungen unserer Athleten mit Ausnahme von Max nicht schlecht waren“, bilanzierte ÖJV-Cheftrainer Udo Quellmalz. „Aber nur Hilde Drexler hat ihr Ziel erreicht, für sie war es eine gute WM“, so der Deutsche. „Der Erwartungsdruck war groß, wir haben die Hoffnungen leider nicht erfüllt.“ Ähnlich denkt Verbandspräsident Kutschera: „Es war ein Dämpfer zur rechten Zeit. Wenn schon, dann besser jetzt, als bei den Olympischen Spielen in London. Man hat gesehen, dass Erfolge früherer Tage nichts zählen. Jede Meisterschaft ist eine neue Herausforderung. Wichtig wird jetzt sein, vor allem im Bereich der Verantwortlichkeit der Betreuer einiges zu verbessern. Darüber werden wir schon sehr bald im Vorstand beraten müssen. Für Hilde Drexler freue ich mich – sie hat eine sehr gute Entwicklung genommen und ich bin sicher, dass noch mehr Potenzial in ihr steckt. Wenn sie so weitermacht, wird sie in London sicher dabei sein“, ist der ÖJV-Präsident überzeugt.


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