22. November 2025

Prädikat Weltklasse

Der Judo Austria Award für die beste weibliche Judoka des Jahres 2025 geht an Lubjana „Lulu“ Piovesana. Die Austro-Britin legte nach Rang fünf bei den Olympischen Spielen in Paris im nacholympischen Jahr zwei dritte Plätze bei den Grand-Slams in Duschanbe und Baku sowie Platz fünf bei der EM in Podgorica nach. Die mehr als zweijährige Zwangspause vor dem Nationenwechsel ist längst vergessen. „Lulu“ ist aus dem ÖJV-Nationalteam nicht mehr wegzudenken. Die Bilanz nach bislang 27 Turnieren für Judo Austria: 2 Grand-Slam-Siege und drei Grand-Slam-Bronzemedaillen, dazu jeweils fünfte Ränge bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, der WM 2023 in Doha und den Europameisterschaften 2025 in Podgorica sowie 2024 in Zagreb. Die Wahl-Vorarlbergerin – sie wohnt in Lochau am Bodensee und trainiert im LZ Hohenems – hat mittlerweile 14 Top-7-Platzierungen und (kombiniert mit den britischen Auftritten im Nationalteam) 10 World-Tour-Podiumsplätze zu Buche stehen, in der Weltrangliste rangiert sie auf Rang acht und das, obwohl sie in diesem Jahr bislang nur vier Turniere bestritten hat. Dreimal landete sie in den Medaillenrängen, nur bei der WM musste „Lulu“ vorzeitig die Segel streichen.

Die mehrmonatige Turnierabstinenz war einem privaten Schicksalsschlag geschuldet. „Das Judotraining hat mir geholfen, den unerwarteten Tod meines (jüngeren) Bruders Luis zu verarbeiten. Es waren sehr schwierige Sommermonate für mich.“ Ende November kehrt Lubjana Piovesana beim Grand-Slam in Abu-Dhabi auf die World-Tour zurück. „Ich will nächstes Jahr endlich meine erste Medaille bei einem Großereignis holen“, betont sie. Headcoach Yvonne Snir-Bönisch hört’s und lächelt: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

Mit der ersten EM- und/oder WM-Medaille soll auch das erste Interview auf Deutsch folgen. Noch spricht „Lulu“ hauptsächlich Englisch – sowohl mit ihren Teamkolleginnen als auch mit Lebensgefährten Laurin Böhler. Im September hat die 28-Jährige einen Intensiv-Deutsch-Fernkurs begonnen. „Ich bin nach Lochau gezogen, um zu bleiben und die Sprache zu lernen.“ Den rasanten Aufstieg im IJF-Ranking und die Siege auf der World-Tour, die hatte „Lulu“ so auch nicht auf dem Zettel.


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