Den Teamkolleginnen und -kollegen die Daumen drücken, bekannte Gesichter begrüßen. „Für 13 Uhr ist mein Abschlusstraining angesetzt, sonst habe ich heute nicht viel am Plan. Die Abwaage am Nachmittag ist nur Formsache. Ich muss kein Gewicht machen… Das bin ich in der Form nicht gewohnt. Ich muss nicht ständig ans Essen denken, kann bedenkenlos Kohlenhydrate zu mir nehmen.“
Magdalena Krssakova (-70/JC Sirvan/W) sieht entspannt aus, erst beim zweiten Blick ist der Wahllinzerin die aufkommende Nervosität anzumerken. 650 Tage ist es her, seit der WM 2024 in Abu Dhabi, dass die 32-jährige Wienerin das letzte Mal wettkampfmäßig auf der Matte stand. Der Vize-EM-Titel 2020 in Prag, die Grand-Slam-Medaillen in Istanbul und Tel Aviv sind „gefühlt ewig her“. Zwei Knie-Operationen (Kreuzband, Meniskus) zwangen zur 20-monatigen Zwangspause.
Jetzt kommt es ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix in Linz, Samstag, am 2. Wettkampftag, zum Comeback. Den Neustart versucht die Olympia-Starterin von Tokio im Halbmittelgewicht. „Es fühlt sich richtig ungewohnt an: Die lange Pause und auch die neue Gewichtsklasse – ich habe fast vergessen, wie sich eine Wettkampfvorbereitung anfühlt. Entsprechend nervös bin ich jetzt. Aber ich habe nichts zu verlieren“, betont Magda: „Meine Eltern werden hier sein und ein paar Freunde aus Wien und Linz. Aber auch sie wissen: Es war eine lange Zeit seit Mai 2024.“
Erst Samstagfrüh, kurz nach 7:30 Uhr, wird sie in der Halle von Headcoach Yvonne Snir-Bönisch den Namen ihrer Erstrunden-Gegnerin. „Das habe ich immer so gemacht.“ Kurz nach 11 Uhr, im 16. Kampf auf Matte eins, wird Magdalena Krssakova Samstagvormittag ihr Comeback geben. Der nächste Auftritt ist für nächsten Samstag bei den European Open in Warschau geplant. „Es geht darum, langsam wieder in den Wettkampf-Modus zu kommen und Punkte zu sammeln.“
Detail am Rande: Aktuell wird Magda im IJF-Ranking noch im Halbmittelgewicht geführt – auf Platz 88 der Weltrangliste. In ihrer besten Zeit war die Wienerin unter den Top-10 klassiert. Aber das ist „gefühlt ewig her“.