Alle Jahre wieder: Beim Oberösterreich-Grand-Prix in Linz gibt die Judo-Großmacht Japan einmal mehr den Ton an: 23 Medaillen, 7 davon in Gold, lautete die Ausbeute der Nippon-Asse bei den bisherigen drei Auflagen in der Tips Arena, fünf weitere kamen am ersten Wettkampftag des Oberösterreich-Grand-Prix 2026 hinzu, davon gleich drei in Gold. Bei den Frauen sicherte man sich in Gold in allen drei Gewichtsklassen. Super-Leichtgewichtlerin Mitsuki Kondo (-48), im letzten Jahr zweifache Grand-Slam-Siegerin, machte ihrem Ruf als Österreich-Spezialistin alle Ehre. Es war ihr zweiter Auftritt in Linz (nach 2024), der dritte in Österreich. 14 Kämpfe hat die 21-Jährige mittlerweile in Graz bzw. – bei den Juniorinnen – in Graz bestritten, alle 14 hat sie vorzeitig mit Ippon für sich entschieden. In diesem Jahr stand sie in fünf Kämpfen ganze 13:16 Minuten (Netto-Kampfzeit) auf der Matte. Ebenso beeindruckend liest sich die Ausbeute von Jungstar Iroha Oi (-52). Die 18-Jährige, im Jahre 2024 Jugend- und Junioren-Weltmeisterin, absolvierte nach Linz im Vorjahr ihr zweites Turnier auf Erwachsenenebene und blieb erneut ungeschlagen. Bei insgesamt vier Auslands-Auftritten, zwei im Nachwuchs, zwei in der allgemeinen Klasse, gab sich Iroha Oi keine Blöße und landete ausnahmslos auf Platz eins. Für die dritte japanische Goldmedaille sorgte die bereits 28-jährige Ayami Takano (-57). Sie war vor drei Jahren in Linz gleich in Runde eins ausgeschieden, diesmal reichte es zum ersten internationalen Turniersieg ihrer Karriere – im Finale bezwang sie Landsfrau Moa Ono im Golden-Score mit einer Hebeltechnik. Kuriosum: Beide waren vor dem Turnier jeweils nur auf dem geteilten 93. Rang der Weltrangliste zu finden.
Favoritensiege gab es unterdessen bei den Männern. Mit Vize-Weltmeister Romain Valadier Picard (FRA/-60) als auch Ruslan Pashayev (AZE/-66) setzte sich jeweils die Nummer eins der Setzliste durch. Das Duell um Gold im Halbleichtgewicht zwischen Pashayev und der Nummer 2 Ronald Lima war wohl der spannendste und hochwertigste Finalkampf des Nachmittags. Die Entscheidung, nach insgesamt 7:18 Minuten Kampfzeit, brachte ein Fußfeger (De-Ashi-Barai).
Insgesamt neun Nationen schrieben am Freitag im Medaillenspiegel an, Gastgeber Österreich muss derweil noch auf die erste Top-7-Platzierung warten.
