Judo-Austria-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch sah nur bedingt glücklich aus. „Mit diesem Auftritt können wir nicht zufrieden sein“, sagte die 45-Jährige. „14 von 15, die am 2. Wettkampftag im Einsatz waren, sind vorzeitig ausgeschieden. „Fast alle haben sich weit unter Wert geschlagen“, haderte Snir-Bönisch. Der Heimsieg von Michaela Polleres zauberte ihr dann doch noch ein Lachen ins Gesicht. Die Olympiasiegerin von 2004 über…
… die Heim-Goldene für Michaela Polleres: „Wir wussten, dass April Lynn Fohouo nicht umsonst Junioren-Weltmeisterin ist, sie war zuletzt – trotz ihrer erst 20 Jahre – schon Zweite beim Grand-Slam in Paris. Sie hat den Sprung von den Juniorinnen in die allgemeine Klasse erstaunlich schnell verkraftet. Aber Michi war super eingestellt und hat ihre Gegnerin jederzeit kontrolliert. Der Sieg war nur eine Frage der Zeit. Gratulation an Michi. Für uns ist das die erste Heim-Grand-Prix-Goldene seit Shamil Borchashvili im Jahr 2023. Es war höchste Zeit. Michi war heute eine Klasse für sich!“
… die samstägige ÖJV-Ausbeute: „Der heutige Wettkampftag – und das gilt auch für Freitag – kann mich nicht glücklich machen. Die wenigsten von uns haben ihre Normalform erreicht. Viele haben sich zu leicht ihrem Schicksal ergeben. Nur auf Michaela Polleres war einmal mehr Verlass. Dabei ist sie nicht fit angetreten – sie leidet an einer starken Verkühlung. Aber Michi hat sich von Kampf zu Kampf gesteigert und ist im Viertel- und Semifinale dann langsam zu ihrer Höchstform aufgelaufen. Michi ist bei jedem Wettkampf für eine Medaille gut. Der Heimsieg war mehr als verdient, die Leistung im Finale gegen Junioren-Weltmeisterin Fohouo schlicht famos. Von der Pauschalkritik auszunehmen ist natürlich auch Magdalena Krssakova. Ihr Comeback nach 20-monatiger Verletzungspause war mehr als achtbar. Nächste Woche in Warschau traue ich ihr dann schon eine Top-7-Platzierung zu – da wird sie sicher nicht mehr ganz so nervös sein wie heute.“