Letzten Samstag meldete sich Maria Höllwart (+78) mit einem Sieg bei den European Open in Prag nach gut einjähriger Verletzungspause und Knie-OP (Kreuzbandriss) zurück. Montag reiste sie mit Freund und Heimtrainer Paul Devos ihrer Schwester Michaela zur Jugend-EM nach Gran Canaria (ESP) nach. Im Gepäck: ein Michaela-Höllwart-Fanshirt. Am Mittwoch zitterte sie mit der neun Jahre jüngeren Schwester auf der Tribüne mit und durfte sich über deren erste U18-Bronzemedaille – im bereits dritten Anlauf – freuen. „Zuschauen ist viel ärger als selbst kämpfen. Mein Herz ist fast explodiert. Es war eine richtige Qual – aber mit Happy-End“, gab sich die 26-jährige Schwergewichtlerin erleichert.
Immer öfter wird auch auf der Matte gemeinsam trainiert. „So viele Schwergewichtlerinnen gibt es in Österreich nicht. Wir helfen uns gegenseitig“, sagt Michaela. „Maria ist mein großes Vorbild, ich kann viel von ihr lernen.“ Die ältere Schwester hört’s und schüttelt nur den Kopf: „Ich bin überzeugt, dass Michi schon um einiges weiter ist, als ich es in diesem Alter war. Es ist schön zu sehen, dass sie endlich ihre erste -EM-Medaille um den Hals hat. Ich bin sehr stolz auf sie.“
So eine Woche – mit Medaillen für beide – ist alles andere als selbstverständlich. Maria: „Wir hätten natürlich nichts dagegen, wenn das bald wieder passiert.“ Michaelas nächster Auftritt wird bei der Jugend-WM im ecuadorianischen Guayaquil Mitte September sein. Maria will sich derweil noch für die WM der allgemeinen Klasse Anfang November in Baku (AZE) qualifzieren.
Detail am Rande: Schon die Eltern waren Judoka, die Klubmitgliedschaft beim JC Sanjindo Bischofshofen war nur eine Frage der Zeit.