16. Juli 2023

Vom Krankenbett zu Silber

Die Stimmung beim Veranstalter hätte kaum besser sein können. Am zweiten Wettkampftag des Junioren-Europacups in Graz gab’s noch zwei weitere Medaillen, Silber durch Verena Hiden (-57/SU Noricum Leibnitz/ST/2) und Bronze durch Carina Klaus-Sternwieser (-52/Askö Reichraming/OÖ). Österreichs 36-köpfiges Team schloss die Nationenwertung auf dem sehr guten 4. Rang ab.

Am Donnerstag hatte Verena Hiden (-57/SU Noricum Leibnitz/ST/2) noch mit einer Mittelohr- und Nasenscheidewandentzündung das Bett gehütet, erst am Freitag nach einem Fitnesstest (inkl. Randori-Einheiten) gab die 20-jährige Steirerin ihre Startzusage ab. Am Sonntag im Raiffeisensportpark lief sie mit Stirnband und Pulli herum. „Ein paar haben mich schon komisch angeschaut, wie ich bei der Hitze so herumlaufen kann. Aber ich wollte mich ja nicht nochmals verkühlen“, lächelte Verena Hiden. „Die Entscheidung, an den Start zu gehen, war absolut richtig.“ Die Lokalmatadorin kämpfte sich mit Siegen gegen Hanna Szasz (HUN), Luna Verfaillie (BEL) und Beatriz Comanche (BRA) ins Finale um Gold. „Ich musste ziemlich hart kämpfen, speziell im Viertelfinale gegen die Belgierin. Nur im Finale war für mich heute nichts zu holen. Die Brasilianerin (Bianca Reis, 18, Weltranglisten-Zweite, in Graz top-gesetzt, letztes Jahr Vize-Weltmeisterin bei den Kadetten) war Favoritin und sie hat diese Rolle klar bestätigt. Aber ich bin happy, zum zweiten Mal in einem Junioren-Europacup-Finale gestanden zu sein.“

Carina Klaus-Sternwieser musste gleich in ihrem Auftaktkampf gegen Florina Badiceanu (ROU) ins Golden Score und an ihre Grenzen gehen. Erst nach einer Gesamt-Kampfzeit von 9:21 Minuten stand der Sieg fest, kassierte Badiceanu ihr drittes Shido (gleichbedeutend mit einer Ippon-Niederlage – Hansokumake/Disqualifikation). Auch der Kampf um Bronze gegen Fabiane Pires (BRA) ging ins Golden Score, wieder entschied am Ende das dritte Shido zu Gunsten der Oberösterreicherin. „Carina ist heuer bei insgesamt vier Junioren-Europacups angetreten, stand dreimal als Dritte am Stockerl, einmal wurde sie Fünfte. Ihre Konstanz als 18-Jährige, im 1. Junioren-Jahr, ist beeindruckend“, lobte ÖJV-Sportdirektor Markus Moser. Österreichs Team absolviert noch bis Mittwoch ein internationales Trainingslager in Graz.

International gesehen gab Georgien mit insgesamt vier Goldmedaillen den Ton an. Schwergewichtler Shaha Gureshidze (+100/GEO), regierender Europameister und Nummer 1 im IJF-Junioren-Ranking, verteidigte erwartungsgemäß seinen Titel aus dem Vorjahr. Der 19-Jährige benötigte für seine drei Siege ganze 3:48 Minuten (jeweils vorzeitig durch Ippon). Ähnlich makellos präsentierte sich auch Teamkollege Luka Babutsidze (-81/GEO). Er musste insgesamt sechsmal antreten, gewann jeweils vorzeitig, u.a. gegen den top-gesetzten Igor Tsurkan (UKR). Sein längster Kampf (im Viertelfinale gegen den Ungarn Marcell Demeter) dauerte ganze 3:04 Minuten.


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