16. Dezember 2023

Lukas meldet sich zurück

Die schlechte Nachricht: Lisa Grabner (-57) und Lukas Reiter (-73/beide JC Wimpassing Sparkasse/NÖ) sind bei den Offenen Europameisterschaften in Pristina (KOS) Samstagvormittag vorzeitig ausgeschieden. Die gute: Der zuletzt angeschlagene Lukas Reiter (Brustmuskelabriss) machte einen sehr starken Eindruck und brachte Lokalmatador Akil Gjakova (KOS/8), seines Zeichens Ex-Europameister, an den Rand einer Niederlage. Der 27-jährige Kosovare schaltete anschließend u.a. auch den Weltranglisten-Ersten Hidayat Heydarov (AZE) mit Ippon aus und holte Gold bzw. das Siegerpreisgeld von 55.000 Euro.

Es war kein Turnier wie jedes andere. Erstmals in der 15-jährigen Geschichte der Republik Kosovo trat man im Judo-verrückten 2-Millionen-Einwohner-Staat als (internationusaler) Turnierveranstalter auf. Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten wurde eine offen ausgeschriebene Europameisterschaft in jeweils nur einer Kategorie (Frauen: -57, Männer: -73) ausgetragen. Neu auch: Pro Gewichtsklasse lockte ein Preisgeldtopf von 150.000 Euro – sprich 300.000 insgesamt.

Für Lukas Reiter war es der erste Auftritt seit den Europaspielen in Polen Anfang Juli. Für die EM in Montpellier war der 28-jährige Niederösterreicher zwar qualifiziert, durfte aber wegen der Maximal-Regelung (9 Starter pro Geschlecht) nicht antreten. „Ich bin aktuell sicher in der Form meines Lebens, so stark wie noch nie. Das traue ich mir zu sagen“, betonte Lukas Reiter. Der Militär-Weltmeister schlug in Runde 1 den Franzosen Guillaume Chaine mit Ippon (Golden Score: 5:05, Hansoku-make/Disqualifikation des Gegners nach 3 Shidos). In Runde 2 kam dann gegen Lokalmatador Akil Gjakova (KOS) das Aus – diesmal erwischte es den ÖJV-Judoka mit drei Strafen.

„Luki war im Golden Score der klar aktivere Kämpfer. Mit seiner Niederlage bin ich so gar nicht einverstanden. Lukas darf mit seiner Leistung mehr als zufrieden sein“, lobte Coach Adi Zeltner. Sein Schützling war sichtlich sauer: „Ich habe eine sehr gute Gelegenheit ausgelassen. Ich hatte mehr Luft, war stärker. Die letzte Strafe war mehr als fragwürdig.“

Teamkollegin Lisa Grabner unterlag in Runde 1 Timna Nelson Levy (ISR/4) nach Würgegriff mit Ippon (Kampfzeit: 1:29 Minuten). „Ich brauche mehr derartige Kämpfe gegen absolute Weltklassegegnerinnen. Die erste Minute konnte ich mich ganz gut behaupten, dann bin ich immer mehr unter Druck geraten, hatte meine liebe Not“, gab die 22-Jährige zu. Auch Nelson Levy schaffte es anschließend bis ins Finale, holte letztlich Silber (Preisgeld: 35.000).


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