18. Juni 2026

Startschuss mit WM-Feeling

757 ist keine Produktbezeichnung eines neuen Langstreckenflugzeugs, sondern die Anzahl der Tage bis zum Beginn der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. 108 Wochen verbleiben, bis es in der Stadt der Engel um Medaillen geht. Unglaubliche 100 Wochen – bis zum 15. Juni 2028 – läuft ab sofort im Judo die Olympia-Qualifikation für L.A. Der Startschuss fällt von Freitag bis Sonntag beim Grand-Slam-Turnier in Ulaanbaatar (MGL). 454 Judoka aus 58 Nationen haben genannt. „Die Besetzung ist unglaublich stark und in den meisten Gewichtsklassen mit einer Weltmeisterschaft zu vergleichen. In der Mongolei unter die Top-7 zu kommen, wird eine echte Herausforderung. Das gilt für alle unsere sechs Teilnehmer:innen, selbst für die zwei gesetzten, Lubjana Piovesana und Bernd Fasching“, meint Judo-Austria-Cheftrainerin Yvonne Snir-Bönisch.

Nur ein Beispiel: Die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres hat sich nach ihrer einjährigen Wettkampfpause auf Rang 12 der IJF-Weltrangliste zurückgekämpft. Trotzdem ist die 28-jährige Niederösterreicherin in Ulaanbaatar nicht gesetzt. Im Mittelgewicht (-70 kg) scheinen nicht weniger als acht der Top-10 in der Nennliste für den Olympia-Qualifikationsbeginn auf.

Das sechsköpfige Judo-Austria-Team ist in Ulaanbaatar nur am zweiten und dritten Wettkampftag vertreten. Eine vergleichsweise günstige Auslosung hat die als Nummer acht gesetzte Lubjana „Lulu“ Piovesana (-63/LZ Hohenems/V/8). Die 29-jährige Austro-Britin bekommt es am Samstag in Runde eins mit Nina Simic (CRO) zu tun. Im persönlichen Head-to-Head steht’s 2:0. Im Viertelfinale würde voraussichtlich die top-gesetzte Lokalmatadorin Enkhrillen Lkhagvatogoo (MGL/1), Nummer 1 der Weltrangliste, warten. Bernd Fasching (-81/Sportzentrum Galaxy Tigers/NÖ/8) bekommt es in Runde zwei – nach einem Freilos – voraussichtlich mit dem Olympia-Dritten Joonhwan Lee (KOR/Erstrunden-Gegner: Shinetulga Badrakh/MGL) zu tun. Auch der 22-jährige Wiener würde im Viertelfinale – wenn alles nach Papierform läuft – auf die Nummer eins Timur Arbuzov (RUS), regierender Europa- und Weltmeister, treffen. Die ungesetzte Michaela Polleres (-70/JC Sparkasse Wimpassing/NÖ) bekommt es mit Sinem Oruc (TUR) zu tun. Im Falle eines Sieges käme es in Runde zwei zum Aufeinandertreffen mit der Weltranglisten-Zweiten Aoife Coughlan (AUS). Im Head-to-Head führt die Australierin zwar mit 3:1, das letzte direkte Duell der beiden liegt freilich schon mehr als vier Jahre zurück.

Die Auftaktgegner:innen der weiteren Judo-Austria-Starter:innen, Sonntag, 3. Wettkampftag, -78: Elena Dengg – Milica Zabic (SRB); -90: Thomas Scharfetter (beide JC Sanjindo Bischofshofen/S) – Odjavkhlan Ankhbayar (MGL), in Runde 3 – nach zwei Erfolgen – würde der Olympia-Zweite Sanshiro Murao (JPN/1) warten, der 25-jährige Japaner ist seit den Spielen in Paris ungeschlagen: +100: Stephan Hegyi (S.C. Hakoah/W) – Valerii Endovitskii (RUS/EM-Dritter, Nr. 12 im IJF_Ranking).


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