21. November 2023

Superstar soll's richten

Es ist knapp drei Wochen her: Als bei der Judo-EM in Montpellier (FRA) der topgesetzte Matthias Casse (BEL), hochdekorierter Medaillensammler, Nummer 2 der Welt in der Kategorie bis 81 kg, erstmals seit vier Jahren bei einer EM wieder ohne Edelmetall blieb und Fünfter wurde. Eine seiner beiden Niederlagen in Frankreich fügte ihm der Oberösterreicher Wachid Borchashvili im Viertelfinale zu – und zwar nach einer wahren Marathonschlacht und insgesamt 11:25 Min. Kampfzeit. Samstag, den 25. 11., kommt’s beim Bundesliga-Final-Four in Gmunden zum erneuten Aufeinandertreffen (Semifinale ab 13, Finale ab 17:30, off. Eröffnung um 17:00 – ab 17:00 live in ORF 1) Wachid, 25, jagt mit seinen zwei Brüdern Shamil und Kimran nach dem zweiten Bundesliga-Mannschaftsmeistertitel für LZ Multikraft Wels (nach 2021), dem ersten vor ausverkauftem Haus, und der erfolgsverwöhnte Belgier verstärkt Rekordmeister UJZ Mühlviertel, bevor er – wie auch die Borchashvilis – zum Grand-Slam nach Tokio (2./3.12.) weiterfliegt.
Es passierte buchstäblich fünf Minuten vor zwölf Uhr, sprich Mitternacht. Unmittelbar vor Nennschluss für das Bundesliga-Final-Four setzte Vize-Meister UJZ Mühlviertel einen letzten Namen auf die Kaderliste – und zwar einen ganz exklusiven: Matthias Casse, 26, Superstar. Der Belgier stürmte in den letzten Jahren von Erfolg zu Erfolg: Mit Olympia-Bronze, 1 x WM-Gold, 3 x WM-Silber, sowie 2 Masters- und 4 Grand-Slam-Siegen ist der 26-Jährige hochdekoriert. Mit Shamil Borchashvili stand er am 27. Juli 2021 gemeinsam als Dritter am Olympia-Podium von Tokio – gegen den älteren Bruder hält er bei 3:0-Siegen. Gegen Wachid, 25, musste er zuletzt in Montpellier „eine bittere Niederlage hinnehmen“. Sein Urteil: „Die Borchashvili-Brüder sind physisch extrem stark – gegen die gewinnt keiner im Vorbeigehen, man muss richtig kämpfen. Meine Niederlage gegen Wachid in Montpellier tat weh, war aber nicht unverdient.“
Mit dem Transfer-Coup rückt der Vizemeister gemäß Papierform auf eine Stufe mit den wiedererstarkten Welsern und Serienmeister M&R Galaxy Tigers. „Im Semifinale gegen Wels wird es auf die Tagesform ankommen, da ist jeder Ausgang möglich – knapp wird’s in jedem Fall“, glaubt Coach Martin Schlögl. Nachsatz: „Aber wenn wir wieder ins Finale kommen sollten, dann können wir auch Meister werden.“ Erst recht, wenn Matthias Casse und seine Legionärskollegen (Ex-Weltmeister Van T End/NED, -100, der zweifache WM-Dritte Marcus Nyman/SWE, -90) zur gewohnten Höchstform auflaufen.
Ebenfalls NEU: Serienmeister M&R Galaxy Judo Tigers, der in Gmunden den zehnten Jubiläumstitel holen könnte, verstärkt sich fürs Finale mit Karamat Huseynov (AZE/-60), seines Zeichens WM-Dritter 2021 in Budapest.

Die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Final-Four Gumden 2023:


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